SEO für KI-Suche und AssistentenRatgeber

Sichtbar in ChatGPT, Perplexity und anderen KI-Assistenten

KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity, Claude und Copilot suchen bei vielen Fragen live im Web und nennen die Seiten, aus denen die Antwort stammt. Damit deine Seiten dort vorkommen können, müssen die Such-Crawler der Anbieter sie abrufen dürfen, etwa OAI-SearchBot für ChatGPT oder PerplexityBot für Perplexity. Eine Platzierung kann niemand garantieren, aber klar belegte und gut gegliederte Inhalte lassen sich leichter als Quelle verwenden.

Eine Frau in den Dreißigern sitzt am Küchentisch im warmen Abendlicht und spricht mit einem kleinen runden Lautsprecher
Bild: KI-generiert

Wer eine Frage an ChatGPT, Perplexity, Claude oder Microsoft Copilot stellt, bekommt oft eine Antwort mit Links zu den Seiten, aus denen sie stammt. Für Websitebetreiber ist das ein neuer Weg, gefunden zu werden. Er folgt teilweise eigenen Regeln: Jeder Anbieter hat eigene Crawler, eigene Suchsysteme und eigene Wege, Quellen anzuzeigen. Die grundsätzliche Methode dahinter heißt Suchmaschinenoptimierung, kurz GEO, und hat eine eigene Seite.

Wie KI-Assistenten an Webinhalte kommen

Ein Sprachmodell weiß zunächst nur, was in seinen Trainingsdaten stand. Für aktuelle Fragen suchen die Assistenten deshalb im Web. Anthropic beschreibt den Ablauf für die Websuche von Claude in seiner Entwicklerdokumentation: Claude entscheidet anhand der Frage, ob gesucht wird, die Suche kann innerhalb einer Anfrage mehrmals laufen, und am Ende steht eine Antwort mit genannten Quellen [5]. Gesucht wird laut dieser Dokumentation vor allem, wenn eine Frage von aktuellen oder sich ändernden Informationen abhängt, etwa von Nachrichten, Preisen oder Angaben zu bestimmten Unternehmen und Produkten. Bei gefestigtem Wissen, Mathematik oder kreativen Aufgaben antwortet Claude meist ohne Suche [5].

Microsoft erklärt den Weg für Microsoft Copilot und Copilot Chat in der Dokumentation zur Websuche genauer. Ist die Websuche eingeschaltet, zerlegt Copilot die Eingabe, bildet daraus eine kurze Suchanfrage aus wenigen Wörtern und schickt sie an den Bing-Suchdienst. Mit dem, was Bing zurückliefert, schreibt Copilot die Antwort [6]. Für dich heißt das: Eine Seite wird in solchen Antworten nur verwendet, wenn sie im Suchsystem des Anbieters vorkommt und zu der kurzen Suchanfrage passt, die der Assistent aus der Frage gebaut hat. Auch OpenAI erwähnt in seinen Hinweisen für Publisher, dass ChatGPT Adressen unter anderem von einem externen Suchanbieter bezieht [2]. Welche Anbieter das sind und wie stark sie die Auswahl prägen, steht dort nicht.

ChatGPT: OAI-SearchBot muss zugreifen dürfen

Für die Suche in ChatGPT ist der Crawler OAI-SearchBot zuständig. OpenAI schreibt, er werde eingesetzt, um Websites in den Suchfunktionen von ChatGPT anzuzeigen. Seiten, die sich von OAI-SearchBot abmelden, erscheinen nicht in den Suchantworten von ChatGPT [1]. In seinen Fragen und Antworten für Publisher schreibt OpenAI, jede öffentliche Website könne in der ChatGPT-Suche erscheinen, solange sie OAI-SearchBot nicht blockiert [2]. Eine Platzierung ist laut OpenAI nicht garantiert. ChatGPT ordnet die Ergebnisse nach mehreren Faktoren, die Nutzern helfen sollen, relevante und verlässliche Informationen zu finden [2].

Zwei weitere Kennungen gehören dazu. GPTBot sammelt Inhalte für das Training und hat mit der Suche nichts zu tun. ChatGPT-User ruft Seiten ab, wenn Nutzer ChatGPT etwas fragen, und entscheidet laut OpenAI nicht darüber, ob eine Seite in der Suche erscheinen darf [1]. Du kannst GPTBot also sperren und OAI-SearchBot zulassen. Wie das in der robots.txt aussieht, steht unter KI-Crawler steuern.

Perplexity: PerplexityBot und Perplexity-User

Perplexity arbeitet mit zwei Kennungen. PerplexityBot soll Websites in den Suchergebnissen von Perplexity anzeigen und verlinken, Perplexity empfiehlt ausdrücklich, ihn in der robots.txt zuzulassen [3]. Perplexity-User ruft eine Seite ab, wenn ein Nutzer eine Frage stellt, damit die Antwort stimmt und auf die Quelle verlinken kann. Weil der Abruf von einem Nutzer ausgeht, ignoriert dieser Abrufer die robots.txt laut Perplexity in der Regel [3]. Nach Angabe von Perplexity dient keine der beiden Kennungen dem Training von KI-Basismodellen [3].

Ein praktischer Punkt betrifft Firewalls. Wer eine Web Application Firewall einsetzt, muss die Perplexity-Bots unter Umständen ausdrücklich freigeben. Perplexity veröffentlicht dafür IP-Bereiche als JSON-Dateien und nennt bis zu 24 Stunden, bis Änderungen greifen [3].

Claude und Microsoft Copilot

Anthropic betreibt für Claude drei Kennungen. Claude-SearchBot durchsucht das Web, um die Qualität von Suchergebnissen zu verbessern; wer ihn sperrt, verhindert, dass Inhalte für die Suche indexiert werden. Claude-User ruft Seiten ab, wenn Menschen Claude etwas fragen, und ClaudeBot sammelt Inhalte für das Training [4]. In der Websuche von Claude sind Quellenangaben immer eingeschaltet, jede zitierte Stelle trägt Adresse und Titel der Quelle [5].

Bei Copilot kommt die Websuche von Bing. Weil Copilot seine Suchanfragen an den Bing-Suchdienst schickt [6], kommt eine Seite nur dann in Frage, wenn Bing sie kennt. Seit dem 10.02.2026 zeigt der Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools, wie oft Seiten einer Website als Quelle in Copilot, in KI-Zusammenfassungen bei Bing und bei ausgewählten Partnern zitiert werden [7]. Wie du Bing richtig bedienst, erklärt SEO für Bing und Copilot.

AssistentKennung für die SucheAbruf auf NutzerwunschKennung für das Training
ChatGPTOAI-SearchBot [1]ChatGPT-User [1]GPTBot [1]
PerplexityPerplexityBot [3]Perplexity-User [3]keine, laut Perplexity [3]
ClaudeClaude-SearchBot [4]Claude-User [4]ClaudeBot [4]
CopilotBing-Suchdienst [6]nicht beschriebennicht beschrieben

Inhalte, die als Quelle taugen

Wie die Assistenten unter vielen passenden Seiten auswählen, legt keiner der Anbieter offen. Es gibt aber zwei Anhaltspunkte. Microsoft hat im Februar 2026 seine Richtlinien für Bing neu gefasst [10]. Nach der Zusammenfassung von Search Engine Journal empfehlen sie, Tatsachen direkt auszusprechen statt sie nur anzudeuten, Namen klar und einheitlich zu verwenden, jede Adresse auf ein Thema zu beschränken und das Wichtigste weit oben auf die Seite zu stellen [10]. Dieselbe Neufassung stellt klar, dass GEO keine Zitate garantiert, so wie SEO kein Ranking garantiert [10].

Der zweite Anhaltspunkt ist eine Studie von Forschern um Pranjal Aggarwal, die 2024 auf der Konferenz KDD angenommen wurde [9]. Sie hat neun Arten getestet, einen Text umzuschreiben, und gemessen, wie stark die Quelle danach in der Antwort einer generativen Suchmaschine vorkommt. Am besten schnitten zusätzliche Zitate, zusätzliche Statistiken und Quellenangaben ab. Das Wiederholen von Suchbegriffen brachte dagegen weniger als der unveränderte Text [9]. Die Studie arbeitete überwiegend mit einem eigenen Testsystem und nicht mit ChatGPT oder Claude, die Ergebnisse sind also nur ein Hinweis.

Für die eigene Arbeit lassen sich daraus einige Gewohnheiten ableiten, die auch Leser schätzen:

  • Die Frage, um die es geht, gleich im ersten Absatz beantworten und danach ins Detail gehen.
  • Zahlen, Fristen und Zitate mit der Quelle nennen, aus der sie stammen.
  • Namen ausschreiben und im ganzen Text gleich verwenden, Abkürzungen beim ersten Mal erklären.
  • Eine Seite je Thema anlegen und verwandte Fragen über interne Links verbinden.
  • Datum der letzten Prüfung sichtbar angeben, damit Leser und Systeme den Stand erkennen.

Wie du zeigst, wer hinter einem Text steht und woher das Wissen kommt, erklärt content-marketing unter E-E-A-T: Erfahrung und Vertrauen in Inhalten zeigen.

Was schadet

Versuche, die Sprachmodelle direkt zu beeinflussen, behandelt Bing seit Februar 2026 in einem eigenen Abschnitt der Richtlinien mit dem Titel "Prompt Injection and AI Manipulation" [10]. Er betrifft Versuche, die Sprachmodelle von Bing oder Copilot zu beeinflussen [10]. Auch große Mengen maschinell erzeugter Texte ohne Aufsicht, Qualitätskontrolle oder redaktionelle Prüfung beanstanden die Richtlinien, weil ihnen Genauigkeit und Originalität fehlen können [10]. Eine weitere Falle ist technischer Art: Eine pauschale Sperre aller Bots in der robots.txt oder in der Firewall hält auch die Such-Crawler der Assistenten fern.

Besucher aus KI-Assistenten messen

Ein Teil der Leser klickt in den Antworten auf die genannten Quellen. OpenAI hängt an solche Links aus ChatGPT den Parameter utm_source=chatgpt.com an, sodass Website-Statistiken diese Besuche erkennen können [2]. Matomo führt für solche Besuche einen eigenen Kanal "KI-Assistenten" und nennt als Beispiele ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot und Perplexity. Zugeordnet werden die Besuche nur, wenn eine Herkunftsangabe vorhanden ist [8]. Wer aus einer App heraus ohne diese Angabe auf deine Seite kommt, wird also diesem Kanal nicht zugeordnet. Wie du Inhalte in Matomo auswertest, erklärt content-marketing unter Inhalte mit Matomo auswerten.

Für Copilot gibt es Zahlen direkt von Microsoft. Der Bericht AI Performance zeigt die Gesamtzahl der Zitate, Zitate je Adresse und die Suchbegriffe, mit denen die KI die Inhalte abgerufen hat. Diese Suchbegriffe beruhen nach Angabe von Microsoft auf einer Stichprobe, und die Zahl der Zitate sagt nichts über die Position innerhalb einer Antwort aus [7]. Einen vergleichbaren Bericht für Websitebetreiber nennen OpenAI, Perplexity und Anthropic in ihren Crawler-Dokumentationen nicht [1, 3, 4]. Dort bleiben nur die Besucherzahlen aus der eigenen Statistik und Stichproben: Stell die wichtigsten Fragen deiner Zielgruppe selbst und sieh nach, welche Quellen genannt werden.

  1. Organisation Overview of OpenAI Crawlers. OpenAI. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Publishers and Developers: FAQ. OpenAI Help Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Perplexity Crawlers. Perplexity. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?. Anthropic. Stand 07.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Web search tool. Anthropic, Claude Developer Platform. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Data, privacy, and security for web search in Microsoft Copilot and Microsoft Copilot Chat. Microsoft Learn. Stand 18.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview. Microsoft Bing Webmaster Blog. Stand 10.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation What are AI Assistants in Matomo?. Matomo. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Studie GEO: Suchmaschinenoptimierung (Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan, Deshpande). arXiv 2311.09735, KDD 2024. Stand 28.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
  10. Bing Adds GEO To Official Guidelines, Expands AI Abuse Definitions. Search Engine Journal, Matt G. Southern. Stand 27.02.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.