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PageSpeed.de: Ladezeit einer Seite messen und die Werte richtig lesen

PageSpeed.de ist ein kostenloses Werkzeug von SEO NW, dem Betreiber dieser Website. Es lädt eine Seite in einem Headless Chrome, misst sie mit Google Lighthouse und prüft zusätzlich Servereinstellungen wie HTTP/3, TLS, Brotli, IPv6 und HSTS. Die Werte sind Labordaten aus einem einzelnen Test und können von den Erfahrungen echter Nutzer abweichen.

Eine Trainerin in den Dreißigern steht bei Sonnenaufgang an der Startlinie einer leeren Laufbahn, ein Läufer geht in die Hocke
Bild: KI-generiert

PageSpeed.de ist ein Werkzeug, das die Ladezeit einer einzelnen Webseite misst. Anbieter ist laut Impressum Alexander Müller, SEO NW, in Bertingen [2], also derselbe Betreiber wie bei dieser Website. Das Werkzeug ist nach eigenen Angaben kostenlos und wird von der Agentur finanziert, die Pagespeed-Optimierung auch als Teil ihres SEO-Service anbietet [1].

Was PageSpeed.de misst

Nach Angaben der Website startet PageSpeed.de auf dem eigenen Server eine abgeschottete Instanz von Chrome ohne sichtbare Oberfläche, einen sogenannten Headless Chrome, und lädt darin die eingegebene Adresse. Danach läuft Google Lighthouse über die Seite [1]. Lighthouse ist das Prüfprogramm von Google, das auch hinter den Labordaten von PageSpeed Insights steht [3]. Du kannst zwischen einer Messung für Mobilgeräte und einer für den Desktop wählen [1].

Parallel prüft PageSpeed.de laut eigener Beschreibung den Server, und zwar über cURL und DNS-Abfragen [1]. Geprüft werden:

  • ob der Server HTTP/2 und HTTP/3 anbietet,
  • welche TLS-Version und welche Verschlüsselungsverfahren er nutzt und ob das Zertifikat gültig ist,
  • ob Dateien mit Brotli komprimiert ausgeliefert werden,
  • ob die Website über IPv6 erreichbar ist,
  • ob der Server HSTS setzt.

Dazu verlinkt die Website einzelne Prüfungen für HTTP/3, SSL und TLS, DNS, HTTP-Header und SEO [1]. Wer nur das Zertifikat prüfen will, findet ein vergleichbares Werkzeug auf der Hauptseite dieses Projekts: den SSL-Check.

Was die Serverprüfungen bedeuten

HTTP/3, Brotli und HSTS sind in RFCs der IETF beschrieben. HTTP/3 überträgt die Inhalte einer Website über das Transportprotokoll QUIC; RFC 9114 beschreibt diese Abbildung von HTTP auf QUIC [6]. Brotli ist ein verlustfreies Format zur Datenkompression, festgelegt in RFC 7932 aus dem Juli 2016 [7]. Ein Server, der Textdateien wie HTML, CSS und JavaScript damit packt, schickt weniger Daten über die Leitung. HSTS steht für HTTP Strict Transport Security. Mit diesem Verfahren aus RFC 6797 vom November 2012 erklärt eine Website, dass sie nur über sichere Verbindungen erreichbar sein will [8]. Der Browser merkt sich das und ruft die Website danach nicht mehr unverschlüsselt auf. Welche TLS-Version und welches Zertifikat eine Website nutzt, erklärt die Hauptseite im Bereich SSL und HTTPS.

Ablauf eines Tests

Ein Test dauert laut PageSpeed.de 30 bis 60 Sekunden. Als Grund nennt die Website, dass Lighthouse ein langsames Mobilgerät simuliert, die Verbindung auf 4G-Geschwindigkeit drosselt und die Seite mehrfach lädt [1]. Testest du dieselbe Adresse innerhalb von 15 Minuten erneut, kommt das Ergebnis aus dem Zwischenspeicher [1]. Willst du nach einer Änderung neu messen, wartest du also diese Viertelstunde ab.

Für einen Test gibst du die vollständige Adresse der Seite ein, wählst Mobil oder Desktop und startest die Messung [1]. Das Ergebnis zeigt den Leistungsfaktor von Lighthouse, die einzelnen Messwerte und die Ergebnisse der Serverprüfungen [1]. Gemessen wird immer genau die eingegebene Adresse. Die Startseite einer Website kann also deutlich schneller oder langsamer sein als eine Artikelseite mit vielen Bildern, und für ein vollständiges Bild testest du mehrere typische Seiten einzeln.

Google beschreibt die Simulation in PageSpeed Insights ähnlich: Für Mobilgeräte simuliert Lighthouse ein Mobilgerät der Mittelklasse in einem Mobilfunknetz, für den Desktop einen Rechner mit Kabelverbindung [3]. Die Werte spiegeln damit eine feste Testumgebung wider. Ein Besucher mit schnellem Smartphone im WLAN erlebt die Seite anders.

Der Leistungsfaktor von Lighthouse

Lighthouse fasst die Messung zu einem Leistungsfaktor zwischen 0 und 100 zusammen. In Lighthouse 10 gehen fünf Messwerte mit festen Gewichten ein [4]:

MesswertBedeutungGewicht
First Contentful Paint (FCP)erster sichtbarer Inhalt10 Prozent
Speed Index (SI)wie schnell sich die Seite sichtbar aufbaut10 Prozent
Largest Contentful Paint (LCP)größtes sichtbares Element25 Prozent
Total Blocking Time (TBT)Zeit, in der Skripte die Seite blockieren30 Prozent
Cumulative Layout Shift (CLS)wie stark Inhalte beim Laden verrutschen25 Prozent

Ein Ergebnis von 90 bis 100 gilt als gut, 50 bis 89 als verbesserungswürdig und 0 bis 49 als schlecht [4]. Google schreibt dazu, ein "perfektes" Ergebnis von 100 sei äußerst schwer zu erreichen und werde nicht erwartet [4]. PageSpeed.de nennt auf der Startseite als Ziele einen LCP unter 2,5 Sekunden, einen CLS unter 0,1 und eine TBT unter 200 Millisekunden [1].

Labordaten und Felddaten

Ein Test mit Lighthouse liefert Labordaten: eine einzelne Messung unter festen Bedingungen. Google unterscheidet davon die Felddaten aus dem Chrome User Experience Report (CrUX), die von echten Nutzern stammen und einen Zeitraum von 28 Tagen abdecken [3]. Beide können voneinander abweichen, weil Felddaten viele Geräte und Netze abbilden, Labordaten nur eine Konfiguration [3]. Google schreibt, ein guter Laborwert bedeute nicht zwingend eine gute Nutzererfahrung [3].

Ob eine Seite die Core Web Vitals besteht, bewertet PageSpeed Insights anhand der Felddaten. Maßgeblich ist das 75. Perzentil von INP, LCP und CLS; sind alle drei "Gut", gilt die Prüfung als bestanden [3]. Die Grenzen für "Gut" liegen bei 2.500 Millisekunden für LCP, 200 Millisekunden für INP und 0,1 für CLS [3]. PageSpeed.de zeigt nach der Beschreibung auf seiner Startseite Lighthouse-Werte und Serverprüfungen [1]; Felddaten erwähnt die Seite nicht. Für die Felddaten deiner eigenen Website gibt es den Core-Web-Vitals-Bericht in der Google Search Console, der auf Daten echter Nutzer beruht [5].

Grenzwerte im Überblick

PageSpeed Insights nennt für die Felddaten drei Stufen. Neben den Core Web Vitals führt Google dort auch FCP und die Antwortzeit des Servers (TTFB) auf, Letztere als experimentellen Wert [3].

MesswertGutVerbesserung nötigSchlecht
LCPbis 2.500 ms2.500 bis 4.000 msüber 4.000 ms
INPbis 200 ms200 bis 500 msüber 500 ms
CLSbis 0,10,1 bis 0,25über 0,25
FCPbis 1.800 ms1.800 bis 3.000 msüber 3.000 ms
TTFB (experimentell)bis 800 ms800 bis 1.800 msüber 1.800 ms

Fehlen für eine Seite genug Daten zu INP, prüft PageSpeed Insights nur LCP und CLS [3]. Fehlen die Felddaten ganz, bleibt nur der Labortest, wie ihn auch PageSpeed.de liefert.

Warum die Ergebnisse schwanken

Wer dieselbe Seite zweimal misst, bekommt oft zwei verschiedene Ergebnisse. Google erklärt das so: Ein großer Teil der Schwankungen gehe nicht auf Lighthouse zurück, sondern auf veränderte Rahmenbedingungen [4]. Genannt werden unter anderem A/B-Tests und wechselnde Werbung auf der Seite, geänderte Wege des Datenverkehrs im Internet, unterschiedliche Hardware, Browsererweiterungen und Virenschutzprogramme [4]. Auch in PageSpeed Insights kann sich der Leistungsfaktor bei jedem Lauf ändern, ohne dass sich an der Seite etwas geändert hat [3].

Für die Praxis heißt das: Ein einzelner Wert sagt wenig. Aussagekräftiger ist es, mehrere Messungen unter denselben Bedingungen zu vergleichen, etwa vor und nach einer Änderung, jeweils mit derselben Einstellung für Mobil oder Desktop. Bei PageSpeed.de wartest du zwischen zwei Messungen derselben Adresse die 15 Minuten des Zwischenspeichers ab [1].

PageSpeed.de und PageSpeed Insights nebeneinander

Google bietet mit PageSpeed Insights ein eigenes Werkzeug an, das ebenfalls mit Lighthouse arbeitet. Die Unterschiede liegen vor allem bei den Daten, die zusätzlich zur Labormessung erscheinen.

PunktPageSpeed.dePageSpeed Insights
AnbieterSEO NW, Bertingen [2]Google
LabormessungLighthouse in Headless Chrome auf eigenem Server [1]Lighthouse mit simuliertem Mittelklassegerät oder Desktop [3]
Felddaten echter Nutzerauf der Startseite nicht erwähnt [1]CrUX, 28 Tage, täglich aktualisiert [3]
ServerprüfungenHTTP/2, HTTP/3, TLS, Brotli, IPv6, HSTS [1]in der Dokumentation nicht beschrieben [3]

Wer wissen will, ob die eigene Seite bei echten Besuchern die Core Web Vitals besteht, braucht die Felddaten aus PageSpeed Insights oder der Search Console. Für die Frage, ob der Server moderne Protokolle anbietet, liefern die Serverprüfungen von PageSpeed.de zusätzliche Angaben.

Datenschutz

PageSpeed.de setzt nach eigener Angabe keine Cookies und speichert weder Adressen noch IP-Adressen oder Ergebnisse dauerhaft [1]. Um die Zahl der Tests je Nutzer zu begrenzen, bleibt laut Website ein gesalzener SHA-256-Hashwert der IP-Adresse eine Stunde lang gespeichert [1]. Die getestete Seite wird vom Server von PageSpeed.de aus abgerufen; der Betreiber der getesteten Website sieht in seinen Protokollen also einen Abruf von diesem Server.

Was du mit den Ergebnissen machst

Wie du LCP, INP und CLS gezielt verbesserst, erklärt Core Web Vitals: LCP, INP und CLS verbessern. Ob ein Content Delivery Network die Ladezeit senkt, behandelt die Hauptseite unter Was ein CDN für Ladezeit und Core Web Vitals bringt. Eine Übersicht weiterer Werkzeuge, auch von anderen Anbietern, steht unter SEO-Tools im Überblick.

Laut eigener Angabe gibt es PageSpeed.de seit 2011, und auf der Startseite stehen über 25,7 Millionen durchgeführte Tests (Stand 29.10.2026) [1].

  1. Organisation Wie schnell ist deine Webseite?. SEO NW, Alexander Müller. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Impressum pagespeed.de. SEO NW, Alexander Müller. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Über PageSpeed Insights. Google for Developers. Stand 25.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Lighthouse-Leistungsbewertung. Chrome for Developers, Google. Stand 19.09.2019. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Erste Schritte mit der Search Console. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Gesetz RFC 9114: HTTP/3. IETF. Stand Juni 2022. abgerufen am 29.10.2026
  7. Gesetz RFC 7932: Brotli Compressed Data Format. IETF. Stand Juli 2016. abgerufen am 29.10.2026
  8. Gesetz RFC 6797: HTTP Strict Transport Security (HSTS). IETF. Stand November 2012. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.