SEO in der PraxisRatgeber

Local SEO: so finden Kunden in der Nähe deinen Betrieb

Local SEO sorgt dafür, dass ein Betrieb bei Suchen mit Ortsbezug erscheint, etwa in Google Maps. Google wählt lokale Treffer nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit aus. Die Grundlage sind ein bestätigtes Unternehmensprofil, überall gleiche Angaben, eine Website mit klaren Standortseiten und echte Bewertungen.

Ein ruhiger Marktplatz einer Kleinstadt am frühen Abend, beleuchtete Läden, eine Person schiebt ein Fahrrad
Bild: KI-generiert

Wer "Fahrradwerkstatt" in die Suche tippt, sucht meist eine in der Nähe. Google berücksichtigt bei der Auswahl der Ergebnisse unter anderem Standort, Sprache und Gerät der suchenden Person; ein Nutzer in Paris bekommt für "Fahrradwerkstatt" andere Ergebnisse als einer in Hongkong [8]. Local SEO umfasst alles, was ein Betrieb tun kann, damit er bei solchen Suchen mit Ortsbezug erscheint: in der Kartenansicht, in den lokalen Einträgen über den normalen Treffern und in den Treffern selbst. Für Handwerker, Praxen, Läden und Gastronomie mit festem Einzugsgebiet zählt diese Sichtbarkeit oft mehr als ein bundesweites Ranking.

Wie Google lokale Treffer auswählt

Google nennt für lokale Ergebnisse drei Faktoren [1]. Relevanz beschreibt, wie gut ein Unternehmensprofil zur Suchanfrage passt; vollständige Angaben helfen Google bei der Zuordnung. Entfernung ist der Abstand zwischen Betrieb und suchender Person. Gibt diese ihren Standort nicht frei, nutzt Google andere bekannte Standortinformationen. Bekanntheit fasst zusammen, wie bekannt ein Unternehmen ist. Dazu zählt Google ausdrücklich Links von anderen Websites sowie Zahl und Bewertung der Rezensionen [1].

Ein besseres lokales Ranking lässt sich laut Google nicht anfordern und nicht kaufen, und die Details des Algorithmus legt Google nicht offen [1]. Auf die Entfernung hast du keinen Einfluss. Relevanz und Bekanntheit kannst du dagegen mit den Schritten auf dieser Seite verbessern.

Das Unternehmensprofil als Grundlage

Der wichtigste Baustein ist das Google-Unternehmensprofil. Google rät, das Unternehmen zu bestätigen, die Angaben aktuell zu halten, auf Rezensionen zu antworten und Fotos und Videos einzustellen [1]. Bestätigte Unternehmen erscheinen laut Google eher in den Suchergebnissen [1].

Für das Profil gelten eigene Richtlinien. Die Adresse muss der tatsächliche Standort sein, und wer sie zeigt, braucht dort eine feste Beschilderung mit dem Namen des Unternehmens; virtuelle Büros und Postfächer sind ausgeschlossen, und je Standort ist nur ein Profil erlaubt [2]. Betriebe, die beim Kunden arbeiten, geben stattdessen ein Einzugsgebiet an; als Richtwert nennt Google höchstens etwa zwei Autostunden um den Standort [2]. Ist der Sitz eine Privatwohnung, löschst du die Adresse aus dem Profil [2]. Wie du das Profil anlegst, bestätigst und pflegst, beschreibt Google-Unternehmensprofil einrichten und pflegen Schritt für Schritt.

Neben den Stammdaten bietet das Profil Platz für Fotos und Beiträge. Fotos zeigen Kunden, was du anbietest [1]. Google nimmt JPG und PNG an und empfiehlt 720 mal 720 Pixel [9]. Mit Beiträgen meldest du Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt in Suche und Maps; ohne angegebenen Zeitraum archiviert Google sie nach sechs Monaten [10].

Betriebe mit mehreren Filialen legen für jeden Standort ein eigenes Profil an. Der Name sollte innerhalb eines Landes einheitlich sein, und Standorte mit gleichem Angebot bekommen dieselben Kategorien [2].

Überall die gleichen Angaben

In der SEO-Praxis heißt die Kombination aus Name, Adresse und Telefonnummer oft NAP, nach den englischen Wörtern name, address und phone. Google verlangt im Unternehmensprofil einen Namen, der dem auf Ladenschild, Website und Briefpapier entspricht [2]. Als Praxisregel empfiehlt sich: Schreib Firmennamen, Adresse und Telefonnummer auf der Website, im Unternehmensprofil, bei Bing Places und in Branchenverzeichnissen in derselben Form.

Abweichungen entstehen häufig nach einem Umzug, einem neuen Telefonanschluss oder einer Umfirmierung. Dann stehen alte Angaben noch in Verzeichnissen, die du vor Jahren selbst ausgefüllt hast. Eine Liste aller Einträge mit Zugangsdaten erleichtert es, bei einer Änderung nichts zu vergessen. Das ist ein Praxistipp und keine Vorgabe von Google, folgt aber aus dem Rat, die Informationen aktuell zu halten [1].

Die eigene Website für lokale Suchen

Auch die Website trägt zur Relevanz bei. Als Kontaktangabe sieht Google im Profil eine Telefonnummer des Standorts oder eine Website vor, die den konkreten Standort zeigt [2]. Hat dein Betrieb mehrere Filialen, bekommt jede in den strukturierten Daten eine eigene, funktionierende Adresse; die Beispiele von Google zeigen je Standort eine eigene URL [3]. Eine eigene Standortseite pro Filiale mit Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer und Anfahrt bietet sich deshalb an.

Vorsicht ist bei Seiten für Orte geboten, an denen du gar keinen Standort hast. Die Spamrichtlinien von Google zählen mehrere Domains oder Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer alle zur selben Seite leiten, zum Missbrauch von Brückenseiten [4]. Ebenso gelten weitgehend gleiche Seiten, die eher wie Suchergebnisse wirken als wie eine klare Gliederung, als Brückenseiten [4]. Hundert Stadtseiten mit ausgetauschtem Ortsnamen sind also ein Risiko. Unbedenklich ist eine Seite über das Einzugsgebiet, die beschreibt, wo du tatsächlich arbeitest.

Welche Angaben auf eine Standortseite gehören, kannst du an den Eigenschaften ablesen, die Google für strukturierte Daten von Betrieben empfiehlt: Name, Anschrift, Koordinaten, Öffnungszeiten, Telefonnummer und die Adresse der Seite selbst [3]. Unsere Empfehlung: Zeig diese Angaben auch sichtbar im Text, damit Besucher und Suchmaschine dasselbe lesen. Anfahrt, Parkmöglichkeiten und die Leistungen gerade dieses Standorts machen die Seite für Besucher nützlicher als eine reine Adresskarte.

Wie die Inhalte einer Dienstleister-Website darüber hinaus aussehen können, beschreibt Content Marketing für Dienstleister.

Strukturierte Daten für Betriebe

Mit dem Typ LocalBusiness aus Schema.org beschreibst du deinen Betrieb maschinenlesbar. Google kann diese Angaben im Knowledge Panel nutzen, das bei Suchen nach einem Unternehmen erscheint [3]. Pflicht sind nur name und address. Google empfiehlt zusätzlich geo mit Breiten- und Längengrad auf mindestens fünf Nachkommastellen, openingHoursSpecification für die Öffnungszeiten, telephone mit Landes- und Ortsvorwahl und url für die Seite des Standorts [3]. Der Typ soll möglichst genau sein, etwa Restaurant statt LocalBusiness [3]. Saisonale Schließungen lassen sich mit validFrom und validThrough angeben, und Abteilungen mit eigenen Öffnungszeiten werden über department verschachtelt [3].

EigenschaftStatus bei GoogleInhalt
nameerforderlichName des Unternehmens
addresserforderlichPostanschrift als PostalAddress
geoempfohlenKoordinaten, mindestens fünf Nachkommastellen
openingHoursSpecificationempfohlenÖffnungszeiten, auch saisonal
telephoneempfohlenHauptnummer mit Landes- und Ortsvorwahl
urlempfohlenAdresse der Seite dieses Standorts

Den Code prüfst du mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google. Eine Anzeige in den Suchergebnissen garantiert Google auch bei fehlerfreiem Markup nicht [3]. Bewertungsangaben (aggregateRating, review) sind laut Google nur für Websites gedacht, die Bewertungen anderer lokaler Unternehmen sammeln, nicht für die Sterne des eigenen Betriebs [3]. Grundlagen zum Markup stehen unter Strukturierte Daten mit Schema.org.

Bewertungen und Erwähnungen

Rezensionen fließen über die Bekanntheit in das lokale Ranking ein [1]. Kunden um eine Bewertung zu bitten, ist erlaubt. Verboten sind nach den Google-Richtlinien bezahlte Rezensionen, Anreize wie Rabatte oder Gratisleistungen, das gezielte Bitten nur um positive Bewertungen und Rezensionen, die einem Mitbewerber schaden sollen [6]. Antworten auf Rezensionen kannst du, sobald das Profil bestätigt ist; Google empfiehlt, konstruktiv und freundlich zu reagieren, und prüft jede Antwort vor der Veröffentlichung [11]. Nach dem UWG ist es außerdem stets unzulässig, gefälschte Verbraucherbewertungen abzugeben oder in Auftrag zu geben, um den Absatz zu fördern [7]. Zeigst du Kundenbewertungen auf der eigenen Website, musst du nach § 5b Absatz 3 UWG angeben, ob und wie du sicherstellst, dass sie von Kunden stammen, die die Ware oder Leistung tatsächlich genutzt oder erworben haben [12].

Links von anderen Websites zählen ebenfalls zur Bekanntheit [1]. Für einen lokalen Betrieb liegen naheliegende Quellen in der Region: der Verein, den du unterstützt, die Kammer oder Innung, der Bericht in der Lokalzeitung. Bezahlte Links müssen gekennzeichnet sein; welche Wege erlaubt sind, beschreibt Linkbuilding mit erlaubten Methoden.

Bing Places und weitere Verzeichnisse

Bing führt mit Bing Places ein eigenes Firmenverzeichnis. Laut einem Supportmitarbeiter von Bing Places lassen sich Einträge aus dem Google-Unternehmensprofil importieren; dabei entsteht eine Verbindung, über die spätere Änderungen synchronisiert werden können [5]. Bei verknüpften Einträgen überschreiben Änderungen im Google-Profil die Daten in Bing Places. Bei Google bereits bestätigte Einträge mit Adresse müssen bei Bing nicht noch einmal bestätigt werden, und bis ein Eintrag erscheint, vergehen nach dieser Auskunft etwa zehn Tage [5]. Die Auskunft stammt von 2023. Microsoft hat Bing Places im Oktober 2025 neu gestaltet und den Import aus dem Google-Profil überarbeitet [13], deshalb können Ablauf und Fristen heute abweichen. Mehr zu Bing steht unter SEO für Bing und Copilot, die Anmeldung der Website selbst erklärt Bing Webmaster Tools einrichten.

Typische Fehler

Aus den Richtlinien von Google ergeben sich diese Punkte, die du vermeiden solltest:

  • Ortsnamen oder Leistungen im Firmennamen des Profils, etwa "Schulz Dachdecker Magdeburg günstig"; das kann zur Sperrung führen [2].
  • Ein Profil für eine Adresse ohne echten Standort, etwa ein virtuelles Büro [2].
  • Zwei Profile für denselben Standort [2].
  • Eine Callcenter- oder Weiterleitungsnummer statt der Ortsnummer des Standorts [2].
  • Sterne für den eigenen Betrieb im LocalBusiness-Markup, obwohl Google aggregateRating dort nur für Bewertungsportale vorsieht [3].
  • Bewertungen gegen Gutscheine oder nur von zufriedenen Kunden erbitten [6].
  • Viele fast gleiche Stadtseiten ohne eigenen Inhalt [4].
  1. Organisation Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Strukturierte Daten für lokale Unternehmen (LocalBusiness). Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Spamrichtlinien für die Websuche von Google, Abschnitt Missbrauch von Brückenseiten. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Cannot sync my webpages with google as Bing information is still incorrect (Antwort des Bing Places Support). Microsoft Q&A. Stand 24.08.2023. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte (nutzergenerierte Inhalte in Google Maps). Google Maps-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Anhang zu § 3 Absatz 3, Nummer 23c. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation So funktioniert die Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Fotos und Videos in Ihrem Unternehmensprofil verwalten. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Beiträge in Ihrem Unternehmensprofil erstellen und verwalten. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Kundenrezensionen verwalten. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 5b Absatz 3. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  13. Microsoft launches new Bing Places for Business. Search Engine Journal. Stand 03.10.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.