SEO für KI-Suche und AssistentenRatgeber
Sprachsuche und SEO
Voice SEO bedeutet, Inhalte so aufzustellen, dass Sprachassistenten sie für gesprochene Antworten nutzen können. Für Websites gibt es dafür kaum eigene Werkzeuge: Google hat die FAQ-Rich-Suchergebnisse eingestellt, und die Auszeichnung speakable gilt nur für Nutzer in den USA mit englischsprachigen Geräten und für englischsprachige Publisher. Wichtig bleiben gut indexierte Seiten mit klaren Antworten und bei lokalen Betrieben ein gepflegtes Unternehmensprofil.

"Hey Google, wann hat die Apotheke am Markt offen?" Fragen wie diese stellen viele Menschen ihrem Smartphone oder einem Lautsprecher in der Küche. Für Websites stellt sich die Frage, ob sie für solche Sprachsuchen etwas Besonderes tun müssen. Der Rat dazu hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Sprachassistenten werden zu KI-Assistenten, und einige Werkzeuge, die früher für Voice SEO empfohlen wurden, gibt es nicht mehr.
Wie verbreitet Sprachsteuerung ist
Der Digitalverband Bitkom hat dazu im Frühjahr 2024 telefonisch 1.205 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland befragt. 53 Prozent nutzen Sprachsteuerung zumindest hin und wieder, etwa über Siri oder Alexa [1]. Die meisten davon lassen sich Musik, Hörbücher oder Radio abspielen, nämlich 89 Prozent [1]. Jeweils 75 Prozent starten Anrufe oder steuern Haushaltsgeräte [1].
Für Websites wichtiger sind die Fragen nach Informationen. 59 Prozent der Nutzer von Sprachsteuerung suchen damit im Internet oder recherchieren [1]. Dazu kommen Fragen nach Verkehr und Staus mit 45 Prozent, nach dem Wetter mit 37 Prozent, nach Abfahrtszeiten mit 34 Prozent und nach Sportergebnissen mit 30 Prozent [1]. Rezepte lassen sich 21 Prozent vorlesen, 25 Prozent lassen sich Nachrichten und E-Mails vorlesen oder schreiben, und 23 Prozent verwalten so ihre Kalendereinträge [1]. Für Websites zählt vor allem der Wert für die Suche im Internet.
| Nutzung der Sprachsteuerung | Anteil der Nutzer |
|---|---|
| Audio abspielen | 89 Prozent [1] |
| Anrufe starten | 75 Prozent [1] |
| Haushaltsgeräte steuern | 75 Prozent [1] |
| Sprachsuche, Recherche im Internet | 59 Prozent [1] |
| Verkehrs- und Staumeldungen | 45 Prozent [1] |
| Wetterbericht | 37 Prozent [1] |
| Rezepte | 21 Prozent [1] |
Sprachassistenten werden zu KI-Assistenten
Die bekannten Sprachassistenten werden gerade durch generative KI ersetzt. Google kündigte am 14.03.2025 an, Nutzer auf Mobilgeräten in den folgenden Monaten vom Google Assistant auf Gemini umzustellen [2]. Der klassische Assistant sollte im Laufe des Jahres auf den meisten Mobilgeräten nicht mehr verfügbar sein [2]. Geräte, die die Mindestanforderungen für Gemini nicht erfüllen, behalten den Assistant vorerst [2]. Für Lautsprecher und Smart Displays schrieb Google am 01.10.2025, Gemini für Google Home ersetze dort den Google Assistant und komme ab Anfang 2026 auf Lautsprecher, Smart Displays und Kameras der letzten zehn Jahre [3].
Amazon geht denselben Weg. Die neue Alexa+ startete in Deutschland am 07.05.2026 als Programm mit frühem Zugang [4]. Amazon schreibt, Alexa+ beantworte praktisch jede Frage, und nennt Inhalte von Medien wie ARD, BILD und Der Spiegel [5]. Auch die Google Suche selbst lässt sich inzwischen per Sprache bedienen. Seit dem 26.03.2026 gibt es Search Live auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz [6]. Nutzer starten es in der Google-App über ein Symbol unter der Suchleiste, stellen ihre Frage laut und bekommen eine gesprochene Antwort [6]. Zusätzlich lässt sich die Kamera zuschalten, um etwas zu zeigen, statt es zu beschreiben. Auch in Google Lens gibt es dafür eine Schaltfläche "Live" [6].
Search Live gehört zum KI-Modus der Google Suche und ist überall dort verfügbar, wo es den KI-Modus gibt [6]. Wer in den KI-Antworten von Google vorkommt, kann damit auch in gesprochenen Antworten auftauchen. Mehr dazu steht unter Google AI Overviews und KI-Modus.
Woher die gesprochenen Antworten kommen
Bei Search Live verweist Google nach der gesprochenen Antwort auf weiterführende Links zu Webseiten. Nutzer können dann nachfragen oder über diese Links tiefer einsteigen [6]. Damit eine Seite in den KI-Funktionen der Google Suche als Link auftaucht, muss sie indexiert und für ein Snippet geeignet sein. Zusätzliche Anforderungen gibt es laut Google nicht [7]. Gemini für Home nutzt laut Google Echtzeitinformationen, um aktuelle Antworten zu geben [3]. Woher genau diese Informationen stammen, beschreibt der Beitrag nicht.
Ein weiterer Weg führt über hervorgehobene Snippets, also Ergebnisse, bei denen Google den Textausschnitt über den Link stellt [8]. Ob eine Seite dafür in Frage kommt, entscheiden die Systeme von Google automatisch. Eine Seite selbst als hervorgehobenes Snippet zu kennzeichnen, ist laut Google nicht möglich [8]. Wer nicht darin erscheinen will, nutzt nosnippet. Ein niedriger Wert für max-snippet kann helfen, garantiert es aber nicht [8]. Hervorgehobene Snippets erscheinen laut Google auch gebündelt in der Gruppe "Ähnliche Fragen" [8].
Gesprochene Fragen sind meist ganze Sätze. Das passt zu einer Beobachtung des Pew Research Center: In einer Auswertung von Suchen bei Google aus dem März 2025 erschienen KI-Zusammenfassungen häufiger bei längeren Suchanfragen und bei Fragen [12]. Wer solche Fragen auf seinen Seiten beantwortet, bewegt sich also genau dort, wo Google besonders oft mit einer KI-Antwort reagiert. Ob ein Nutzer danach noch eine Website besucht, ist eine andere Frage: In derselben Auswertung klickten Nutzer bei einer KI-Zusammenfassung seltener auf normale Suchergebnisse als ohne [12].
Was von alten Voice-SEO-Ratschlägen bleibt
Zwei Auszeichnungen nach schema.org stehen im Ruf, bei der Sprachsuche zu helfen: FAQPage und speakable. Beide bringen in Deutschland heute kaum etwas. Die FAQ-Rich-Suchergebnisse zeigt Google seit dem 07.05.2026 nicht mehr in der Suche an, die Dokumentation dazu wurde im Juni 2026 entfernt [9]. Die Auszeichnung speakable, mit der Nachrichtenseiten Abschnitte zum Vorlesen markieren, ist laut Google weiterhin in der Betaphase. Sie funktioniert nur für Nutzer in den USA, deren Google-Home-Geräte auf Englisch eingestellt sind, und nur für Publisher mit englischsprachigen Inhalten [10]. Google empfiehlt dafür Abschnitte von etwa 20 bis 30 Sekunden Sprechzeit, also zwei bis drei Sätze [10]. Liest der Assistant einen solchen Abschnitt vor, schickt er die Adresse des ganzen Artikels an das Smartphone des Nutzers [10].
Andere Ratschläge bleiben sinnvoll, weil sie für jede Suche gelten. Eine Seite, die eine Frage gleich im ersten Absatz knapp beantwortet, lässt sich leichter zusammenfassen und vorlesen. Kurze Sätze und ausgeschriebene Begriffe helfen beim Hören mehr als beim Lesen. Und wer Öffnungszeiten, Adresse und Telefonnummer pflegt, beantwortet die häufigsten lokalen Sprachfragen schon, bevor sie gestellt werden. Welche strukturierten Daten Google heute noch auswertet, erklärt Strukturierte Daten mit Schema.org.
Lokale Fragen per Sprache
Ein großer Teil der Sprachfragen dreht sich um Orte in der Nähe: Wo ist die nächste Werkstatt, hat der Bäcker noch offen? Bei Google ist für solche Fragen das Unternehmensprofil die Grundlage der lokalen Ergebnisse. Google nennt für das lokale Ranking drei Hauptfaktoren: Relevanz, also wie gut ein Profil zur Suche passt, Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit, zu der unter anderem verlinkte Websites und Bewertungen beitragen [11]. Als Hilfen nennt Google vollständige und genaue Angaben im Profil, von der Adresse über die Kategorien bis zu Merkmalen wie Parkplätzen oder WLAN, die Bestätigung des Unternehmens, aktuelle und spezielle Öffnungszeiten sowie Antworten auf Rezensionen [11]. Ein besseres lokales Ranking lässt sich laut Google nicht erkaufen [11].
Wie du das Profil einrichtest, steht unter Google-Unternehmensprofil einrichten und pflegen, die übrigen Schritte für Betriebe vor Ort unter Local SEO für Betriebe vor Ort.
Texte für gesprochene Antworten
Eigene Regeln für Sprachsuche veröffentlicht Google nicht. Für die KI-Funktionen, in die Search Live eingebettet ist, verweist Google auf die üblichen Anforderungen der Suche [7]. Ein paar Gewohnheiten aus der Praxis machen Texte trotzdem besser geeignet, für Leser wie für Assistenten:
- Die Frage, die eine Seite beantwortet, als Überschrift oder im ersten Satz aufgreifen und direkt beantworten.
- Eine Antwort in zwei bis drei Sätzen voranstellen und die Details danach liefern.
- Gesprochene Formulierungen bedenken: Menschen fragen per Sprache in ganzen Sätzen.
- Zahlen, Zeiten und Orte eindeutig schreiben, damit sie vorgelesen nicht missverständlich klingen.
- Abkürzungen beim ersten Vorkommen ausschreiben, weil ein Hörer nicht zurückblättern kann.
Welche Absicht hinter einer Frage steckt und wie du sie bedienst, erklärt Suchintention erkennen und bedienen.
Was sich messen lässt
Getrennte Zahlen für Sprachsuchen bekommst du nicht. Google weist Seiten, die in den KI-Funktionen der Suche erscheinen, im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp "Web" aus, zusammen mit dem übrigen Suchverkehr [7]. Einen eigenen Filter für gesprochene Anfragen beschreibt Google dort nicht. Hinweise liefern deshalb vor allem lange Suchanfragen in Frageform und Aufrufe von Seiten mit Öffnungszeiten oder Anfahrt. Die Einrichtung der Search Console beschreibt Google Search Console einrichten und nutzen.
- Organisation Musik, Anrufe, Smart Home: Dafür wird Sprachsteuerung genutzt. Bitkom e. V.. Stand 29.11.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation The Assistant experience on mobile is upgrading to Gemini (Brian Marquardt). Google Blog. Stand 14.03.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Gemini für Home: KI-Upgrade für euer Zuhause (Anish Kattukaran). Google Blog Deutschland. Stand 01.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Alexa+ arrives in India as Amazon's next-generation AI assistant expands internationally. About Amazon. Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Alexa+ ausprobieren: Die besten Funktionen im Überblick. About Amazon Deutschland. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Search Live: Interaktiver KI-Begleiter in der Google Suche (Liza Ma). Google Blog Deutschland. Stand 26.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation KI-Funktionen und deine Website. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Hervorgehobene Snippets und deine Website. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Neuerungen in der Dokumentation der Google Suche: FAQ-Rich-Suchergebnisse. Google Search Central. Stand 08.05.2026 und 15.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für vorlesbare Inhalte (speakable). Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (Athena Chapekis, Anna Lieb). Pew Research Center. Stand 22.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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