Technisches SEORatgeber
hreflang für mehrsprachige Websites
Mit hreflang sagst du Google, welche Sprach- oder Regionsversionen einer Seite es gibt, damit die Suche Nutzern die passende Version zeigen kann. Jede Version nennt sich selbst und alle anderen, mit Sprachcode nach ISO 639-1 und optionalem Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2. Die Angabe steht im HTML-Kopf, im HTTP-Header oder in der Sitemap.

Wer eine Website in mehreren Sprachen oder für mehrere Länder betreibt, hat oft mehrere Fassungen derselben Seite: eine deutsche für Deutschland, eine für die Schweiz, eine englische. Mit dem Attribut hreflang teilst du Google mit, welche Seiten zusammengehören und für wen sie gedacht sind. Die Google Suche kann Nutzer dann auf die Version in ihrer Sprache oder für ihre Region führen [1]. Die Auszeichnung ist schnell geschrieben, scheitert in der Praxis aber oft an fehlenden Rückverweisen oder falschen Codes.
Wann hreflang sinnvoll ist
Google empfiehlt die Angabe lokalisierter Versionen in drei Fällen [1]:
- Der Hauptinhalt bleibt in einer Sprache, und nur die Seitenvorlage mit Navigation und Fußzeile ist übersetzt, wie es oft bei Foren mit Beiträgen von Nutzern vorkommt.
- Die Inhalte sind in einer Sprache verfasst und einander sehr ähnlich, mit kleinen regionalen Unterschieden, etwa Seiten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
- Die Website ist vollständig in mehrere Sprachen übersetzt.
Zum ersten Fall weist Google darauf hin, dass bei Inhalten von Nutzern, bei denen nur der Standardtext der Seite übersetzt ist, in den Suchergebnissen Duplikate entstehen können [2].
Übersetzte Seiten sind dabei kein Problem mit doppelten Inhalten. Laut Google gelten lokalisierte Versionen nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt wurde [1]. Google kann andere Sprachversionen einer Seite auch ohne Angabe finden, die ausdrückliche Auszeichnung liefert aber meist das bessere Ergebnis [1].
Eines leistet hreflang nicht: Die Sprache einer Seite erkennt Google an den sichtbaren Inhalten. Weder hreflang noch das HTML-Attribut lang nutzt Google dafür [1]. Auch die Adresse zieht Google zur Spracherkennung nicht heran [2]. Google empfiehlt deshalb, auf jeder Seite nur eine Sprache für Inhalt und Navigation zu verwenden und Übersetzungen nicht nebeneinander auf dieselbe Seite zu stellen [2].
Sprach- und Regionscodes
Der Wert von hreflang besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1, gefolgt von einem optionalen Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2 [1]. Ein Ländercode allein ist ungültig: "Die Angabe der Region allein ist ungültig" [1]. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle, Google akzeptiert beides [1]. Schriftsysteme kannst du nach ISO 15924 angeben, etwa zh-Hant für traditionelles und zh-Hans für vereinfachtes Chinesisch [1].
| Wert | Bedeutung | gültig |
|---|---|---|
| de | Deutsch, unabhängig von der Region | ja |
| de-CH | Deutsch für Nutzer in der Schweiz | ja |
| en-GB | Englisch für Nutzer im Vereinigten Königreich | ja |
| de-BE | Deutsch für Nutzer in Belgien | ja |
| CH | nur ein Ländercode ohne Sprache | nein |
| es-419 | Spanisch für Lateinamerika, Regionscode nicht aus ISO 3166-1 Alpha 2 | nein |
| en-UK | UK ist kein gültiger Regionscode, richtig ist GB | Regionsteil wird ignoriert |
Codes außerhalb der Standards wie es-419 unterstützt Google nicht [1]. EU, UN oder UK in hreflang-Angaben haben laut Google keine Auswirkungen auf die Suche; dieser Teil der Angabe wird ignoriert [1]. Gibt es für eine Sprache mehrere Länderversionen, empfiehlt Google zusätzlich eine allgemeine Seite für Nutzer dieser Sprache ohne bestimmte Region, etwa de für deutschsprachige Inhalte unabhängig von der Region [1].
Die drei Methoden
Du kannst die Versionen auf drei Wegen angeben [1]:
| Methode | So sieht es aus | passt für |
|---|---|---|
| HTML | <link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://example.com/de-ch/"> im <head> jeder Version | HTML-Seiten ohne Zugriff auf Sitemap oder Server |
| HTTP-Header | Link: <https://example.com/de-ch/datei.pdf>; rel="alternate"; hreflang="de-CH" | Dateien ohne HTML-Kopf, etwa PDF |
| Sitemap | je Adresse ein <url>-Element mit <loc> und je Version einem <xhtml:link>-Element | viele Seiten, zentral gepflegt |
Für die Sitemap brauchst du den XHTML-Namensraum xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml", und wie in jeder Sitemap bekommt jede Adresse ein eigenes <url>-Element [1]. Die Methoden lassen sich kombinieren, das bringt laut Google aber keinen Vorteil in der Suche [1]. Am einfachsten ist es, dich für einen Weg zu entscheiden und ihn überall gleich zu pflegen. Wie eine Sitemap grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt XML-Sitemap erstellen und einreichen.
Rückverweise und x-default
Die wichtigste Regel: Jede Version nennt sich selbst und alle anderen Versionen, und die Liste ist in jeder Version gleich [1]. Verweisen zwei Seiten nicht gegenseitig aufeinander, ignoriert Google die Angaben: "Wenn zwei Seiten nicht aufeinander verweisen, werden die Tags ignoriert" [1]. Kommt eine neue Sprachversion hinzu, muss sie deshalb auf die bestehenden Versionen verweisen, und die bestehenden müssen die neue nachtragen [1]. Die Adressen gibst du vollständig mit Protokoll an, also https://example.com/de-ch/ statt //example.com/de-ch/ oder /de-ch/ [1]. Die Versionen dürfen auf verschiedenen Domains liegen [1].
Ein Beispiel für eine Seite mit drei Fassungen und einer Sprachauswahl: Jede der drei Seiten trägt im <head> dieselben vier Zeilen, einschließlich des Verweises auf sich selbst.
| Zeile im <head> | steht für |
|---|---|
| <link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://example.com/de-de/"> | Deutsch für Deutschland |
| <link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://example.com/de-ch/"> | Deutsch für die Schweiz |
| <link rel="alternate" hreflang="en" href="https://example.com/en/"> | Englisch ohne bestimmte Region |
| <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://example.com/"> | Sprachauswahl für alle anderen |
Fehlt auf der Schweizer Seite die Zeile für de-DE, fehlt der gegenseitige Verweis zwischen beiden Seiten, und Google ignoriert die Angaben für dieses Paar.
Für Nutzer, deren Sprache oder Region zu keiner Version passt, gibt es den Wert x-default. Er greift, wenn keine andere Sprache oder Region zur Browsereinstellung des Nutzers passt, und ist laut Google für Seiten zur Sprachauswahl vorgesehen, auf denen Nutzer Sprache und Land selbst wählen [1]. Für x-default brauchst du keinen Sprachcode [1].
hreflang und Canonical-Tag
Für Sprachvarianten ist rel="canonical" das falsche Werkzeug. Ein rel="canonical" mit hreflang-, lang-, media- oder type-Attribut verwendet Google nicht für die Kanonisierung, und Canonical-Angaben, die alternative Versionen einer Seite vorschlagen, werden ignoriert [3]. Dafür sind die link-Elemente mit hreflang da [3]. Wenn du hreflang nutzt, soll die kanonische Seite in derselben Sprache liegen, oder, falls es keine gibt, in der bestmöglichen Ersatzsprache [3]. Jede Sprachversion verweist also mit ihrem Canonical-Tag auf sich selbst.
Bei der Auswahl der kanonischen Adresse bevorzugt Google Seiten, die Teil eines hreflang-Verbunds sind. Google nennt dazu ein Beispiel: Gleichen sich deutsche Seiten für Deutschland, die Schweiz und Österreich, werden die Seiten für de-de und de-ch bevorzugt, wenn die Seite für de-at nicht im hreflang-Verbund steht [3]. In Sitemap und hreflang-Angaben gehören außerdem keine HTTP-Adressen, wenn die Website über HTTPS läuft [3]. Mehr dazu unter Canonical-Tag: doppelte Inhalte steuern.
Adressen und Weiterleitungen nach Sprache
Für die Struktur der Adressen nennt Google vier Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen [2]: Länderdomains wie example.de zeigen das Zielland eindeutig, sind aber teurer und brauchen mehr Infrastruktur. Subdomains wie de.example.com sind leicht einzurichten, lassen aber offen, ob "de" für Sprache oder Land steht. Unterverzeichnisse wie example.com/de/ sind leicht zu pflegen, weil alles auf einem Host liegt. Parameter wie ?loc=de empfiehlt Google nicht [2]. Die Wahl zwischen Subdomain und Verzeichnis behandelt domain-root.de unter Subdomain oder Verzeichnis: was ist besser für SEO?, die Länderendungen unter Domain-Endungen: .de, .com oder eine neue Endung.
Automatische Weiterleitungen nach vermuteter Sprache rät Google ab, weil Nutzer und Suchmaschinen dann nicht alle Versionen erreichen [2]. Besser ist ein sichtbarer Link zu den anderen Sprachversionen, mit dem Nutzer selbst wählen. Jede Sprachversion soll eine eigene Adresse haben, statt die Sprache über Cookies oder Browsereinstellungen zu steuern [2]. Auch eine Erkennung über die IP-Adresse empfiehlt Google nicht; der Googlebot crawlt überwiegend aus den USA [2]. Landet jemand auf der falschen Version, soll er auf jeder Seite einfach zur gewünschten Sprache oder Region wechseln können [2].
Welches Land eine Website ansprechen will, leitet Google aus mehreren Signalen ab: aus der Länderdomain, den hreflang-Angaben, dem Serverstandort und weiteren Hinweisen wie Adressen, Telefonnummern, Währung und Sprache auf der Seite sowie aus Angaben im Google-Unternehmensprofil [2]. Der Serverstandort ist dabei kein eindeutiges Signal, weil CDNs und Hosting in anderen Ländern die Zuordnung verfälschen können. Meta-Tags wie geo.position oder distribution ignoriert Google [2]. Liegen gleiche Inhalte in derselben Sprache unter verschiedenen Adressen, etwa auf example.de und unter example.com/de/, sollst du laut Google eine bevorzugte Version festlegen und mit rel="canonical" und hreflang dafür sorgen, dass Nutzer die passende Adresse sehen [2].
Häufige Fehler und Prüfung
Als häufige Fehler nennt Google fehlende Rückverweise sowie falsche Sprach- und Regionscodes [1]. Zum Prüfen verweist Google auf Werkzeuge anderer Anbieter, etwa einen Generator für hreflang-Tags und ein Testwerkzeug für hreflang-Angaben, betont aber, dass Google sie weder pflegt noch prüft [1]. Ob Google die bevorzugte Version einer Seite übernommen hat, zeigt das URL-Prüftool in der Google Search Console mit der von Google ausgewählten kanonischen Adresse.
- Organisation Google über lokalisierte Versionen deiner Seite informieren. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Multiregionale und mehrsprachige Websites verwalten. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Kanonische URL mit rel="canonical" und anderen Methoden angeben. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
TechnikCore Web VitalsWas LCP, INP und CLS messen, welche Grenzwerte gelten, wie Google sie im Ranking nutzt und mit welchen Maßnahmen du jeden …
Technikrobots.txt richtig schreibenWie die robots.txt aufgebaut ist, welche Regel Google bei Widersprüchen anwendet, warum sie keine Seite aus dem Index hält …
KI-Suchellms.txtWas in eine llms.txt gehört, wie sie sich von robots.txt und Sitemap unterscheidet, wer sie liest und wann sich die Datei …