Offpage und LinksRatgeber

Backlinks: was sie sind und was sie bringen

Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Website auf deine Seite. Google wertet Links mit Linkanalysesystemen wie PageRank aus, um Seiten zu finden und ihre Bedeutung einzuschätzen, PageRank ist aber nur einer von vielen Faktoren. Links, die vor allem das Ranking manipulieren sollen, gelten als Link-Spam und verlieren ihre Wirkung.

Ein Bündel bunter Seile ist an einem hölzernen Hafenpfosten festgeknotet, im Hintergrund unscharfe Boote
Bild: KI-generiert

Ein Backlink ist ein Link auf einer fremden Website, der auf deine Seite zeigt. Für Leser ist er ein Weg zu deinem Inhalt, für Suchmaschinen ein Signal. Google beschreibt Systeme, die nachvollziehen, wie Seiten miteinander verlinkt sind, und daraus ableiten, worum es auf einer Seite geht und welche Seiten zu einer Suchanfrage am hilfreichsten sind [1]. Wie viel ein einzelner Link bringt, verrät Google nicht. Klar beschrieben ist dagegen, welche Links nichts bringen und welche Ärger machen können.

Technisch ist ein Backlink ein a-Element mit einem href-Attribut im HTML der fremden Seite. Diese Form kann Google in der Regel crawlen; Links, die erst per JavaScript eingefügt werden, sind ebenfalls crawlbar, solange sie als a-Element mit href im Code stehen [3]. Der sichtbare, anklickbare Text heißt Ankertext oder Linktext. Google empfiehlt, ihn aussagekräftig, knapp und passend zum Ziel zu halten, und nennt "Klicken Sie hier" als Beispiel für einen zu allgemeinen Text [3]. Bei einem verlinkten Bild übernimmt das alt-Attribut die Rolle des Ankertexts [3].

Zum Link gehört oft ein rel-Attribut. Mit rel="sponsored" kennzeichnet der Betreiber Werbung und bezahlte Platzierungen, mit rel="ugc" Links in Kommentaren und Forenbeiträgen, mit rel="nofollow" die übrigen Fälle, in denen Google die Website nicht mit der verlinkten Seite verknüpfen oder diese nicht crawlen soll [5]. Solchen Links folgt Google in der Regel nicht [5]. Wann welcher Wert passt, erklärt nofollow, sponsored und ugc richtig einsetzen.

Links dienen Google zunächst zum Finden neuer Seiten. Laut Startleitfaden stammt die überwiegende Mehrheit der neuen Seiten, die Google täglich findet, aus Links [2]. Für das Ranking nennt Google PageRank, eines seiner Kernsysteme seit dem Start der Suchmaschine. Die Funktionsweise von PageRank habe sich seitdem stark verändert, das System gehöre aber weiterhin zu den wichtigsten Ranking-Systemen [1]. Der Startleitfaden ordnet das ein: PageRank nutzt Links, ist aber nur einer von vielen Faktoren [2].

Backlinks sind damit ein Teil der Bewertung neben vielen anderen. Bei den Inhalten setzt Google eigene Maßstäbe und fragt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten unter anderem, ob du eine Seite als Lesezeichen speichern, an Freunde weitergeben oder empfehlen würdest [10].

Die Spamrichtlinien beschreiben genau, welche Links Google als Manipulation wertet [4]. Daraus lassen sich Prüffragen ableiten, mit denen du einen Link einschätzen kannst:

  • Hat jemand für den Link Geld, Waren oder Dienstleistungen bekommen, ohne ihn mit nofollow oder sponsored zu kennzeichnen? Dann ist es ein gekaufter Link im Sinne der Richtlinien [4].
  • Ist der Link Teil eines Tauschs nach dem Muster "Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine"? Übermäßigen Linktausch zählt Google zum Link-Spam [4].
  • Steht der Link in einem Widget oder verteilt in den Fußzeilen und Vorlagen vieler Websites? Auch das nennt Google ausdrücklich [4].
  • Stammt er aus einem Verzeichnis oder einer Lesezeichensammlung geringer Qualität oder aus einer Forensignatur mit optimiertem Linktext [4]?
  • Wurde er mit einem Programm oder Dienst automatisch erzeugt [4]?

Auch der Linktext sagt etwas über einen Link. Google empfiehlt, einen Ankertext ohne Zusammenhang zu lesen: Ist dann unklar, worum es geht, ist er zu allgemein [3]. Umgekehrt zählt Keyword-Stuffing im Ankertext zu den überflüssigen Keywords im Sinne der Spamrichtlinien [3]. Wir gehen davon aus, dass natürlich gewachsene Links meist den Namen deiner Website, den Titel der Seite oder eine kurze Beschreibung tragen. Zeigen viele fremde Links mit demselben Suchbegriff als Linktext auf dich, lohnt ein genauerer Blick, woher sie stammen.

Lautet die Antwort auf alle Prüffragen nein, spricht nach den Richtlinien nichts gegen den Link. Ob er dir Besucher bringt, siehst du in deiner Webanalyse unter den verweisenden Websites. Ein Link, über den Leser tatsächlich kommen, hat einen Nutzen, der von seiner Wirkung auf das Ranking unabhängig ist.

Link-Spam definiert Google als Links, die hauptsächlich zur Manipulation des Suchrankings erstellt werden, und zwar Links zu einer Website wie auch von ihr [4]. Neben den Punkten oben zählen dazu bezahlte Textanzeigen und Advertorials mit Links, die das Ranking beeinflussen, sowie Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verbreitet werden [4]. Zu Partnerprogrammen schreibt Google, Affiliate-Links zur Monetarisierung seien im Allgemeinen in Ordnung; Google bittet aber darum, sie mit rel="sponsored" zu kennzeichnen [9].

Google will die Wirkung von Spam-Links neutralisieren. Mit dem Link-Spam-Update vom 14.12.2022 erklärte Google, sein KI-System SpamBrain erkenne nun sowohl Websites, die Links kaufen, als auch Websites, die nur zum Weitergeben ausgehender Links dienen; die Wirkung unnatürlicher Links solle neutralisiert werden [8]. Fällt ein so gewonnener Vorteil weg, kommt er nicht zurück. Google schreibt, dass Rankingvorteile aus Spamlinks nicht wiederhergestellt werden können und dass Änderungen an der Website nach einem Link-Spam-Update möglicherweise keine Verbesserung bringen [7].

In schwereren Fällen verhängt ein Prüfer bei Google eine manuelle Maßnahme. Diese Fälle und den Umgang mit dem Tool zum Ablehnen von Links beschreibt Schädliche Backlinks und das Disavow-Tool.

Für einen Überblick brauchst du kein kostenpflichtiges Werkzeug. Der Bericht "Links" der Google Search Console zeigt für externe Links die meistverlinkten Seiten deiner Website, die Websites, die am häufigsten auf dich verlinken, und die häufigsten Linktexte [6]. Der Bericht hat Grenzen, die du kennen solltest [6]:

  • Die Tabellen zeigen höchstens 1.000 Zeilen.
  • Er enthält eine Auswahl von Links, keine vollständige Liste.
  • Er kann Links enthalten, die es inzwischen nicht mehr gibt.
  • Er zeigt nicht, ob ein Link als nofollow markiert ist.
  • Websites werden nach der Stammdomain gruppiert, Subdomains erscheinen also nicht getrennt.

Über "Exportieren" lassen sich für die neuesten Links und weitere Beispiel-Links bis zu 100.000 Zeilen als CSV-Datei oder Google-Tabelle herunterladen [6]. Wie du die Search Console einrichtest, erklärt Google Search Console einrichten und nutzen.

Derselbe Bericht zeigt auch die internen Links, also welche deiner Seiten am häufigsten von anderen eigenen Seiten verlinkt werden [6]. Ein Vergleich beider Listen lohnt sich: Seiten, die von außen viele Links bekommen, intern aber kaum verlinkt sind, kannst du mit wenigen Links aus Menü oder Text besser in deine Website einbinden. Bei Linktexten fasst der Bericht Schreibweisen ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung zusammen, Links ohne Text erscheinen als "(leer)" [6].

Auch Bing bietet in den Bing Webmaster Tools einen Backlink-Bericht. Er zeigt eingehende Links für die eigene Website und auch für beliebige andere Websites [11]. Damit kannst du sehen, woher Mitbewerber ihre Links haben. Kommerzielle SEO-Werkzeuge arbeiten mit eigenen Linkdatenbanken, deren Zahlen nicht mit denen von Google übereinstimmen müssen.

Jeder Backlink ist auf der anderen Seite ein ausgehender Link. Auch deine eigenen Links auf fremde Websites folgen deshalb Regeln. Google schreibt, dass Links zu anderen Websites unbedenklich sind und Vertrauenswürdigkeit zeigen können, etwa wenn du deine Quellen zitierst [3]. Das Attribut nofollow empfiehlt Google nur für Quellen, denen du nicht vertraust, und ausdrücklich nicht für jeden externen Link [3]. Der Startleitfaden begründet das so: Mit einer nofollow-Anmerkung verhinderst du, dass Suchmaschinen deine Website mit der verlinkten Seite in Verbindung bringen [2].

Bei Inhalten, die Nutzer schreiben, etwa Kommentaren oder Forenbeiträgen, rät der Startleitfaden, das System solche Links automatisch mit nofollow oder einer ähnlichen Anmerkung versehen zu lassen; das dämmt auch Spam ein [2]. Google empfiehlt dafür den Wert ugc [5]. Bezahlte Links auf deiner Website kennzeichnest du mit sponsored oder nofollow [3]. Fehlt die Kennzeichnung, kann Google eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links von deiner Website verhängen. Gemeint sind dabei verkaufte Links und übermäßiger Linktausch [12].

Google beschreibt den Normalfall so, dass andere Websites im Laufe der Zeit ganz von selbst auf eine Website verlinken [2]. Beschleunigen lässt sich das, indem du die Website bekannt machst. Google nennt Werbung in sozialen Medien, die Arbeit in Communitys, Werbung online und offline und Mundpropaganda, die es zu den effektivsten und nachhaltigsten Methoden zählt [2]. Der Startleitfaden warnt zugleich davor, es zu übertreiben, weil Suchmaschinen manche Praktiken als Manipulation von Suchergebnissen einstufen können [2].

Zwei Wege beschreiben eigene Ratgeber. Linkbuilding mit erlaubten Methoden zeigt, wie du gezielt um Links bittest, ohne gegen Richtlinien zu verstoßen. Digital PR erklärt, wie eigene Daten und Geschichten zu Berichten in Medien führen. Welche Inhalte sich dafür eignen und wie Content Marketing und Suchmaschinenoptimierung zusammenspielen, steht auf der Schwesterseite unter Content Marketing und SEO.

  1. Organisation Leitfaden zu Ranking-Systemen der Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO). Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Best Practices für Links. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Ausgehende Links für Google eingrenzen. Google Search Central. Stand 08.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Bericht "Links". Search Console-Hilfe, Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Spam-Updates in der Google Suche. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation December 2022 link spam update. Google Search Central Blog. Stand 14.12.2022. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation A reminder on qualifying links and our link spam update. Google Search Central Blog. Stand 26.07.2021. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, bei denen die Nutzer im Vordergrund stehen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Bing Webmaster Tools to Remove Disavow Links Feature in October 2023. Bing Webmaster Blog, Microsoft. Stand 21.09.2023. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation Bericht "Manuelle Maßnahmen". Search Console-Hilfe, Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.