Offpage und LinksRatgeber

nofollow, sponsored und ugc: Links richtig kennzeichnen

Mit dem rel-Attribut sagst du Suchmaschinen, in welcher Beziehung du zur verlinkten Seite stehst. Bezahlte Links und Werbung bekommen rel="sponsored", Links in Kommentaren und Foren rel="ugc", und rel="nofollow" nimmst du, wenn keiner der beiden Werte passt und du die Seite nicht empfehlen willst. Google wertet alle drei Werte als Hinweis.

Drei schlichte Papieranhänger an Schnüren in unterschiedlichen Farben hängen an einer Holzleiste, weiches Tageslicht
Bild: KI-generiert

Ein normaler Link braucht kein zusätzliches Attribut [1]. Erst wenn ein Link bezahlt ist, von Nutzern stammt oder du dich ausdrücklich nicht für die Zielseite verbürgen willst, ergänzt du im <a>-Tag ein rel-Attribut mit einem der Werte sponsored, ugc oder nofollow [1]. Google nutzt diese Angaben, um Links richtig einzuordnen. Wer bezahlte Links nicht kennzeichnet, riskiert nach den Spamrichtlinien von Google Maßnahmen wegen Linkspam [3]. Was Backlinks überhaupt für das Ranking bedeuten, erklärt Backlinks: was sie sind und was sie bringen.

Die drei Werte im Überblick

Google beschreibt in seiner Dokumentation drei Werte, die du einzeln oder zusammen verwenden kannst [1]. Die folgende Tabelle fasst zusammen, wofür Google sie vorsieht.

WertWofürBeispiel
rel="sponsored"Werbung, bezahlte Platzierungen und andere vergütete VereinbarungenLink in einem bezahlten Gastbeitrag, Bannerwerbung, Sponsoring
rel="ugc"Inhalte, die Nutzer erstellt habenLink in einem Blogkommentar oder Forenbeitrag
rel="nofollow"Fälle, in denen die beiden anderen Werte nicht passen und die Verbindung nicht berücksichtigt werden sollLink auf eine Quelle, für die du dich nicht verbürgen willst

Mehrere Werte trennst du durch ein Leerzeichen oder ein Komma, etwa rel="ugc nofollow" oder rel="ugc,nofollow" [1]. Das ist nützlich, wenn ein Nutzer in einem Forum einen Link setzt, für den er bezahlt wurde: Dann passen ugc und sponsored zugleich. Google selbst nennt rel="ugc sponsored" als Beispiel und schlägt rel="nofollow ugc" für Dienste vor, die den neuen Wert noch nicht auswerten [2].

So sieht die Kennzeichnung im Quelltext aus

Das Attribut steht im öffnenden <a>-Tag neben der Zieladresse. Ein Link aus einer bezahlten Kooperation sieht dann so aus: <a href="https://www.beispiel.de/produkt/" rel="sponsored">Produktseite</a>. Ein Link, den ein Leser in einem Kommentar gesetzt hat, bekommt rel="ugc", und wenn er zugleich bezahlt ist, rel="ugc sponsored" [1, 2]. Der sichtbare Linktext ändert sich dabei nicht, die Angabe liest nur die Suchmaschine.

Ob dein Redaktionssystem oder deine Kommentarfunktion das Attribut von selbst setzt, prüfst du am einfachsten im Quelltext einer fertigen Seite. Dort siehst du, welches rel-Attribut tatsächlich beim Besucher ankommt, unabhängig davon, was im Linkdialog eingestellt war. Bei bereits vorhandenen Links reicht es, das Attribut nachzutragen; die Adresse des Links bleibt gleich.

Wie Google die Werte behandelt

Das Attribut nofollow ist das älteste der drei. Google schrieb im September 2019, es sei knapp 15 Jahre zuvor eingeführt worden, um Spam in Kommentaren einzudämmen, und später habe Google es auch für Werbelinks empfohlen [2]. Im selben Beitrag vom 10.09.2019 kündigten Danny Sullivan und Gary Illyes die Werte sponsored und ugc an [2].

Gleichzeitig änderte Google die Bedeutung. Bis dahin galt nofollow als Anweisung, seitdem werten Googles Systeme alle drei Werte als Hinweis darauf, welche Links sie berücksichtigen oder ausschließen [2]. Google wertet Links nach eigener Aussage weiter aus, weil sie etwa etwas über den Inhalt der Zielseite verraten [2]. Für Crawling und Indexierung gilt nofollow seit dem 01.03.2020 ebenfalls nur als Hinweis [2]. Wer nofollow bis dahin genutzt hatte, um eine Seite aus dem Index zu halten, sollte laut Google auf andere Methoden umsteigen [2].

In der aktuellen Dokumentation schreibt Google, dass es solchen Links in der Regel nicht folgt. Die Zielseiten können aber trotzdem gefunden und gecrawlt werden, etwa über Sitemaps oder über Links von anderen Websites [1]. Die Werte wirken nur bei <a>-Elementen, die Google crawlen kann [1].

Die Spamrichtlinien von Google zählen Links, die vor allem das Ranking manipulieren sollen, zum Linkspam [3]. Als Beispiele nennt Google gekaufte oder verkaufte Links, auch gegen Waren oder Dienstleistungen, Produkttests, bei denen im Gegenzug ein Link verlangt wird, übermäßigen Linktausch und bezahlte Artikel mit Links, etwa in Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen [3].

Der Kauf und Verkauf von Links an sich ist nach Google ein normaler Teil von Werbung und Sponsoring. Solche Links verstoßen nicht gegen die Richtlinien, wenn sie mit rel="nofollow" oder rel="sponsored" gekennzeichnet sind [3]. Google bevorzugt für Werbelinks sponsored, nofollow bleibt dafür aber zulässig [1, 2]. Laut dem Blogbeitrag von 2019 hat ein falsch gewählter Wert bei einem Nutzerlink meist kaum Folgen, ein Werbelink ganz ohne Kennzeichnung dagegen kann zu Maßnahmen wegen Linkschemata führen [2].

Betroffen sind zum Beispiel Links in gesponserten Beiträgen, Links in Anzeigen, die als normale Textlinks eingebunden sind, und Links, die als Gegenleistung für ein kostenloses Testgerät gesetzt werden [3]. Für die Kennzeichnung gegenüber Lesern gelten zusätzlich die Regeln zur Werbekennzeichnung. Darum geht es unter Content Marketing und Recht: Bilder, Zitate, Werbung. Welche Wege zu Links Google ohne Kennzeichnung akzeptiert, beschreibt Linkbuilding mit erlaubten Methoden.

Kommentare, Foren und andere Nutzerinhalte

Für Links, die Nutzer in Kommentaren oder Forenbeiträgen setzen, sieht Google den Wert ugc vor [1]. Bei Beiträgen von vertrauenswürdigen Nutzern, die regelmäßig gute Inhalte liefern, darf das Attribut entfallen [1]. Ein Forum kann also Mitgliedern, die regelmäßig gute Beiträge leisten, normale Links erlauben und die übrigen Links mit ugc kennzeichnen.

Google nennt Kommentare und Forenbeiträge mit optimierten Links im Text oder in der Signatur ausdrücklich als Beispiel für Linkspam [3]. Dasselbe gilt für versteckte oder minderwertige Links in Widgets, die auf vielen Websites verteilt werden, und für Links in Fußzeilen oder Vorlagen, die auf vielen Websites erscheinen [3]. Wer ein Theme, ein Plugin oder ein Widget mit eingebautem Link weitergibt, sollte diesen Link deshalb prüfen.

Neben dem Attribut am einzelnen Link gibt es nofollow auch als Regel im robots-Meta-Tag [1]. Dort bedeutet sie, dass Google den Links auf dieser Seite nicht folgen soll, und betrifft damit alle Links der Seite zugleich [4]. Jede Regel aus dem Meta-Tag lässt sich auch als HTTP-Header X-Robots-Tag senden, etwa für PDF-Dateien [4].

Für Links innerhalb der eigenen Website empfiehlt Google andere Mittel. Soll Google eine interne Seite nicht abrufen, nimmst du eine Disallow-Regel in der robots.txt. Soll eine Seite nicht im Index erscheinen, erlaubst du das Crawling und setzt noindex [1]. Interne Links ohne Attribut sind der Normalfall, und wie du sie planst, erklärt Interne Verlinkung planen.

Was der HTML-Standard sagt

Der Wert nofollow ist auch im HTML-Standard der WHATWG festgelegt. Dort steht, dass der Autor oder Herausgeber des Dokuments die verlinkte Seite nicht befürwortet oder dass der Link vor allem wegen einer geschäftlichen Beziehung zwischen den Betreibern beider Seiten aufgenommen wurde [5]. Der Standard erlaubt nofollow an den Elementen <a>, <area> und <form>, an <link> ist der Wert nicht zulässig [5]. Die Werte sponsored und ugc stehen nicht in der Tabelle der Linktypen des Standards, sie sind Konventionen der Suchmaschinen [5].

Leicht verwechselt werden die Werte noopener und noreferrer, die oft zusammen mit target="_blank" im selben rel-Attribut stehen. Sie regeln das Verhalten des Browsers: noreferrer sorgt dafür, dass kein Referer-Header gesendet wird, und wirkt zusätzlich wie noopener [5]. Mit der Bewertung durch Suchmaschinen haben beide nichts zu tun.

Wie Bing die Attribute liest

Bing hat seine Webmaster-Richtlinien 2020 überarbeitet. Nach dem Zitat bei Search Engine Roundtable sollen Websitebetreiber sich angemessen bemühen, bezahlte Links und Werbelinks mit nofollow, sponsored oder ugc zu kennzeichnen [6]. Laut einem Bericht von Search Engine Roundtable vom 01.07.2020 beobachtete Bing die beiden neuen Werte damals noch: Sie seien im Moment kein so starkes Signal, das könne sich aber mit Verbreitung und Nutzung ändern [6]. Wer Werbelinks mit rel="sponsored" kennzeichnet, erfüllt die Vorgaben beider Suchmaschinen. Mehr zu den Besonderheiten von Bing steht unter SEO für Bing und Copilot.

Häufige Fehler bei der Kennzeichnung

Aus den Vorgaben von Google ergeben sich diese Punkte zum Prüfen:

  • Werbelinks ohne Kennzeichnung: Das ist der Fall, den Google als Linkspam wertet [2, 3].
  • nofollow als Indexsperre: Seit dem 01.03.2020 ist nofollow auch für das Crawling nur ein Hinweis, eine Seite bleibt dadurch nicht zuverlässig aus dem Index [2].
  • nofollow an internen Links, um Crawling zu steuern: Dafür nennt Google robots.txt und noindex [1].
  • Links in JavaScript-Elementen ohne <a>-Tag: Die Attribute gelten nur für crawlbare <a>-Elemente [1].
  • Pflicht-Links in Verträgen oder Nutzungsbedingungen, die der Linkgeber nicht kennzeichnen darf: Google zählt sie zu den Beispielen für Linkspam [3].

Hast du in der Vergangenheit unmarkierte Links gekauft und sie lassen sich nicht mehr entfernen oder kennzeichnen, beschreibt Schädliche Backlinks und das Disavow-Tool den letzten Ausweg. Die übrigen Regeln für Websites fasst Google Search Essentials: die Regeln für Websites zusammen.

  1. Organisation Ausgehende Links für Google eingrenzen. Google Search Central. Stand 08.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Evolving "nofollow": new ways to identify the nature of links (Danny Sullivan, Gary Illyes). Google Search Central Blog. Stand 10.09.2019. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Spamrichtlinien für die Websuche von Google, Abschnitt Linkspam. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Spezifikationen für das robots-Meta-Tag, data-nosnippet und X-Robots-Tag. Google Search Central. Stand 25.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz HTML Living Standard, Abschnitt 4.6 Links (Linktypen nofollow, noopener, noreferrer). WHATWG. Stand laufend aktualisiert. abgerufen am 29.10.2026
  6. Bing Webmaster Guidelines Are Updated; A Must Read (Barry Schwartz). Search Engine Roundtable. Stand 01.07.2020. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.