SEO für KI-Suche und AssistentenRatgeber

Suchmaschinenoptimierung: in KI-Antworten vorkommen

Suchmaschinenoptimierung (GEO) umfasst alles, was die Chance erhöht, dass eine Website in den Antworten generativer Suchsysteme wie Google AI Overviews, ChatGPT, Perplexity oder Copilot als Quelle vorkommt. Der Begriff stammt aus einer Studie von 2023. Google und Bing betonen, dass dafür im Kern dieselben Grundlagen gelten wie für die klassische Suche, und keiner der Anbieter garantiert Zitate.

Ein breites Flussdelta von einem Hügel aus im Abendlicht, viele kleine Bäche vereinen sich zu einem Fluss
Bild: KI-generiert

Suchsysteme antworten immer öfter mit einem fertigen Text statt mit einer Liste von Links. Google zeigt KI-Übersichten, ChatGPT, Perplexity und Copilot schreiben Antworten und nennen darunter ihre Quellen. Für diese Antworten hat sich der Begriff Suchmaschinenoptimierung eingebürgert, abgekürzt GEO. Gemeint ist alles, was dazu beiträgt, dass eine Website in solchen Antworten als Quelle auftaucht.

Woher der Begriff kommt

Den Begriff hat eine Forschungsgruppe um Pranjal Aggarwal geprägt. Ihre Studie "GEO: Suchmaschinenoptimierung" erschien am 16.11.2023 als Vorabveröffentlichung und wurde später auf der Konferenz KDD 2024 angenommen [1]. Die Autoren bezeichnen GEO als ersten Ansatz, der Urhebern von Inhalten helfen soll, in den Antworten generativer Suchmaschinen sichtbarer zu werden [1]. Für ihre Messungen bauten sie eine Sammlung namens GEO-bench mit 10.000 Suchanfragen aus verschiedenen Bereichen auf [2].

Inzwischen benutzt auch Microsoft den Begriff. Nach der Zusammenfassung von Search Engine Journal nennen die im Februar 2026 überarbeiteten Bing-Richtlinien Suchmaschinenoptimierung ausdrücklich und verknüpfen sie mit der Frage, ob Inhalte als Grundlage für KI-Antworten genutzt und zitiert werden können [3]. Sie stellen zugleich klar, dass GEO keine Zitate garantiert, so wie SEO kein Ranking garantiert [3].

Was die Studie gemessen hat

Die Forscher haben neun Arten getestet, einen vorhandenen Text umzuschreiben, und gemessen, wie viel davon anschließend in der Antwort einer generativen Suchmaschine landet. Als Maß diente vor allem die Zahl der übernommenen Wörter, gewichtet nach ihrer Position in der Antwort [2]. Die Hauptversuche liefen mit einem eigenen, zweistufigen System auf Basis von gpt-3.5-turbo, eine kleinere Prüfung mit 200 Anfragen zusätzlich bei Perplexity [2].

MethodeWortanteil, positionsgewichtet
ohne Änderung (Vergleichswert)19,3 [2]
Zitate einfügen27,2 [2]
Statistiken einfügen25,2 [2]
flüssiger formulieren24,7 [2]
Quellen angeben24,6 [2]
Fachbegriffe verwenden22,7 [2]
leichter verständlich schreiben22,0 [2]
bestimmter, autoritativer Ton21,3 [2]
ungewöhnliche Wörter20,5 [2]
Suchbegriffe wiederholen17,7 [2]

Am besten schnitten Zitate, Statistiken und Quellenangaben ab. Laut Studie verbesserte die beste Methode, das Einfügen von Zitaten, die Sichtbarkeit gegenüber dem unveränderten Text um 41 Prozent beim Wortanteil und um 28 Prozent bei einer zweiten, subjektiven Bewertung [2]. Das Wiederholen von Suchbegriffen, ein Mittel aus der alten Suchmaschinenoptimierung, lag unter dem Vergleichswert. Bei Perplexity schnitt es laut den Autoren um 10 Prozent schlechter ab als der unveränderte Text [2].

Ein Befund betrifft kleinere Websites. Quellen, die in den zugrunde liegenden Suchergebnissen erst auf Platz fünf standen, gewannen durch zusätzliche Quellenangaben 115,1 Prozent an Sichtbarkeit [2]. Für Quellen auf Platz eins sank sie mit derselben Methode um 30,3 Prozent [2]. Die Autoren schreiben außerdem, dass die Wirkung der Methoden je nach Themenbereich unterschiedlich ausfällt [1].

Was GEO von klassischer SEO unterscheidet

Der größte Unterschied liegt im Ergebnis. Die klassische Suche zeigt eine Liste von Links, eine generative Suche schreibt einen eigenen Text und nennt darunter Quellen. Wer in dieser Antwort vorkommt, entscheidet ein zweiter Schritt nach der eigentlichen Suche: Das System wählt aus den gefundenen Seiten diejenigen aus, auf die es seine Antwort stützt. Bing nennt diesen Schritt Grounding [3]. Bei Google kann eine einzige Frage zusätzlich mehrere verwandte Suchanfragen auslösen [4]. Damit kann auch eine Seite zum Zug kommen, die zu einer der Unterfragen passt.

Punktklassische SucheKI-Antwort
Voraussetzung bei GoogleSeite ist indexiertSeite ist indexiert und für ein Snippet geeignet [4]
Zusatzregeln bei GoogleSearch Essentialskeine zusätzlichen Anforderungen [4]
Messung bei GoogleLeistungsbericht der Search Consoleim selben Bericht beim Suchtyp "Web" enthalten [4]
Messung bei BingBing Webmaster ToolsBericht AI Performance mit Zitaten [7]
Garantiekein Ranking garantiertkeine Zitate garantiert [3]

Was Google sagt

Google hält sich mit eigenen Regeln für KI-Antworten zurück. In der Dokumentation zu den KI-Funktionen der Suche heißt es, es gebe keine zusätzlichen Anforderungen, um in den KI-Übersichten oder im KI-Modus zu erscheinen. Neue maschinenlesbare Dateien, KI-Textdateien, besondere Markups oder spezielle strukturierte Daten nach schema.org seien nicht nötig [4]. Damit eine Seite als unterstützender Link erscheinen kann, muss sie indexiert und für die Anzeige mit einem Snippet geeignet sein [4]. Beide Funktionen können eine Technik nutzen, bei der mehrere ähnliche Suchanfragen zu Unterthemen gestellt werden. Google nennt das Query-Fan-out [4].

Im Mai 2025 hat John Mueller von Google im Search Central Blog Hinweise für die KI-Funktionen zusammengefasst [5]. Er schreibt, die Grundlagen dessen, was Google seit Langem rät, gälten auch für diese neuen Angebote [5]. Seine Empfehlungen: einzigartige Inhalte statt austauschbarer Massenware, eine gute Nutzererfahrung auf allen Geräten, die technischen Anforderungen der Google Suche erfüllen, strukturierte Daten nur so, dass sie zum sichtbaren Inhalt passen, und Texte durch gute Bilder und Videos ergänzen [5]. Wie du Seiten für die KI-Übersichten aufstellst, erklärt Google AI Overviews und KI-Modus.

Was Bing sagt

Microsoft wird in seinen neuen Richtlinien konkreter. Nach Search Engine Journal empfehlen sie, Tatsachen direkt auszusprechen statt sie anzudeuten, damit KI-Systeme sie prüfen können. Namen sollen klar und einheitlich sein, jede Adresse soll ein Thema haben, und das Wichtigste gehört weit nach oben [3]. Neu ist ein Abschnitt "Prompt Injection and AI Manipulation" über Versuche, die Sprachmodelle von Bing oder Copilot zu beeinflussen [3]. Wie Bing und Copilot zusammenhängen, steht unter SEO für Bing und Copilot.

Was sich für die Besucherzahlen ändert

Wie viele Klicks KI-Antworten kosten, ist umstritten. Das Pew Research Center hat im März 2025 die Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA ausgewertet [6]. Wer eine KI-Zusammenfassung von Google sah, klickte in 8 Prozent der Fälle auf ein normales Suchergebnis, ohne Zusammenfassung in 15 Prozent [6]. Auf die Quellen in der Zusammenfassung selbst klickten die Nutzer in etwa 1 Prozent der Fälle [6]. Rund 18 Prozent aller ausgewerteten Suchen zeigten eine solche Zusammenfassung, häufiger bei längeren Suchanfragen und bei Fragen [6]. Nach einer Seite mit Zusammenfassung beendeten die Nutzer ihre Sitzung in 26 Prozent der Fälle, ohne Zusammenfassung in 16 Prozent [6]. Am häufigsten genannt wurden in beiden Fällen Wikipedia, YouTube und Reddit [6].

Google bewertet das anders. Im Search Central Blog schreibt Google, Klicks von Suchergebnisseiten mit KI-Übersichten seien von höherer Qualität, da Nutzer mit höherer Wahrscheinlichkeit mehr Zeit auf der Website verbringen [5]. Zahlen nennt der Beitrag dazu nicht. Für dich bleibt: Ein Zitat in einer KI-Antwort bringt Sichtbarkeit für deinen Namen, aber nicht automatisch einen Besuch.

Suchmaschinenoptimierung in der Praxis

Aus Studie und Herstellerangaben ergibt sich eine Reihe von Maßnahmen. Die meisten gehören ohnehin zur normalen Suchmaschinenoptimierung und helfen auch Lesern, die über Google kommen.

  1. Zugang sichern: Such-Crawler wie OAI-SearchBot, PerplexityBot und Claude-SearchBot dürfen deine Seiten abrufen, und die Seiten sind bei Google und Bing indexiert. Die Einzelheiten stehen unter KI-Crawler steuern.
  2. Die Antwort früh geben: Die Kernaussage steht im ersten Absatz, wie es die Bing-Richtlinien nahelegen [3].
  3. Belege einbauen: Zahlen, Zitate und Quellenangaben, die in der Studie am besten abschnitten [2], und zwar mit echter Quelle.
  4. Klar benennen: Personen, Produkte und Orte ausschreiben und einheitlich verwenden [3].
  5. Eine Seite je Thema: Verwandte Fragen auf eigene Seiten verteilen und über interne Links verbinden.
  6. Strukturierte Daten nur passend zum sichtbaren Inhalt verwenden [5], mehr dazu unter Strukturierte Daten mit Schema.org.

Was du dir sparen kannst, sagt Google selbst: eigene KI-Dateien oder besondere Auszeichnungen nur für die KI-Übersichten [4]. Google nennt in seiner Anleitung zur Optimierung für generative KI-Funktionen vom 15.07.2026 außerdem als nicht nötig, Inhalte in winzige Abschnitte zu zerlegen, und beschreibt unechte Erwähnungen im Web als weniger hilfreich, als es scheint [8]. Ob eine llms.txt für andere Systeme etwas bringt, erklärt llms.txt: Nutzen und Grenzen.

Erfolg messen

Eine einheitliche Kennzahl für GEO gibt es nicht. Google zählt Seiten, die in KI-Funktionen erscheinen, im Leistungsbericht der Search Console beim Suchtyp "Web" mit [4]. Getrennt ausweisen lassen sie sich dort nach dieser Beschreibung nicht. Microsoft bietet seit dem 10.02.2026 den Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools an [7]. Er zeigt, wie oft Seiten in Copilot, in KI-Zusammenfassungen bei Bing und bei ausgewählten Partnern zitiert werden, und mit welchen Suchbegriffen die KI die Inhalte abgerufen hat. Diese Suchbegriffe beruhen laut Microsoft auf einer Stichprobe [7]. Wie du Besucher aus ChatGPT und Perplexity in deiner Statistik erkennst, steht unter Sichtbar in ChatGPT, Perplexity und anderen KI-Assistenten.

  1. Studie GEO: Suchmaschinenoptimierung (Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan, Deshpande), Zusammenfassung. arXiv 2311.09735, KDD 2024. Stand 28.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
  2. Studie GEO: Suchmaschinenoptimierung, Volltext Version 3, Tabelle 1 und Abschnitte zu den Ergebnissen. arXiv 2311.09735v3. Stand 28.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
  3. Bing Adds GEO To Official Guidelines, Expands AI Abuse Definitions. Search Engine Journal, Matt G. Southern. Stand 27.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation KI-Funktionen und deine Website. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Top ways to ensure your content performs well in Google's AI experiences on Search (John Mueller). Google Search Central Blog. Stand 21.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Studie Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (Athena Chapekis, Anna Lieb). Pew Research Center. Stand 22.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview. Microsoft Bing Webmaster Blog. Stand 10.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Optimizing your website for generative AI features on Google Search. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.