Technisches SEORatgeber
XML-Sitemap erstellen, prüfen und bei Google und Bing einreichen
Eine XML-Sitemap ist eine Datei, die Suchmaschinen die Adressen deiner Website auflistet, die in den Suchergebnissen erscheinen sollen. Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 URLs oder 50 MB unkomprimiert enthalten. Du machst sie über eine Zeile in der robots.txt und über die Search Console oder die Bing Webmaster Tools bekannt; Google sieht das Einreichen nur als Hinweis.

Suchmaschinen finden Seiten vor allem über Links. Eine XML-Sitemap ist eine zweite Spur: eine Datei, in der du die Adressen deiner Website aufzählst, die Google und Bing kennen sollen. Google beschreibt sie als Datei, mit der du Informationen zu Seiten, Videos und sonstigen Dateien angibst und über die Suchmaschinen eine Website effizienter crawlen [1].
Wann eine Sitemap hilft
Google nennt drei Lagen, in denen eine Sitemap nötig sein kann: Die Website ist so groß, dass Google neue Seiten möglicherweise nicht findet. Die Website ist neu und hat kaum Links von außen. Oder sie enthält viele Videos und Bilder oder erscheint in Google News [1]. Umgekehrt benötigst du laut Google unter Umständen keine Sitemap, wenn die Website klein ist, gemeint sind ca. 500 oder weniger Seiten, und alle wichtigen Seiten intern verlinkt sind [1].
Eine Zusage ist die Sitemap nicht. Google schreibt, es könne nicht garantieren, dass alle Elemente in der Sitemap gecrawlt und indexiert werden [1]. Die Datei sorgt dafür, dass Google eine Adresse kennt. Ob die Seite dann in den Index kommt, hängt von anderen Dingen ab, etwa von der Qualität und davon, ob eine andere Adresse als kanonisch gilt. Wie du solchen Fällen nachgehst, erklärt Seite wird nicht indexiert: Ursachen finden.
Aufbau einer XML-Sitemap
Das Format beschreibt das Protokoll auf sitemaps.org. Die Datei beginnt mit dem Element <urlset> und endet mit </urlset>. Für jede Adresse gibt es ein Element <url>, darin steht in <loc> die vollständige Adresse mit Protokoll, die kürzer als 2.048 Zeichen sein muss [3]. Ein Eintrag sieht so aus: <url><loc>https://www.example.com/seite/</loc><lastmod>JJJJ-MM-TT</lastmod></url>.
Die Datei muss UTF-8-codiert sein [2, 3]. Sonderzeichen in Adressen und Werten werden maskiert, das kaufmännische Und zum Beispiel als & [3]. Google verlangt vollständige, absolute URLs; ein relativer Pfad wie /seite.html reicht nicht [2].
| Element | Pflicht | Was Google und Bing damit machen |
|---|---|---|
| <loc> | ja | die Adresse selbst, Grundlage jedes Eintrags |
| <lastmod> | nein | Google nutzt den Wert, wenn er konsistent und nachweisbar korrekt ist; Bing nutzt ihn für die Entscheidung, was neu gecrawlt wird |
| <changefreq> | nein | von Google und Bing ignoriert |
| <priority> | nein | von Google und Bing ignoriert |
Die Angaben in der Tabelle stammen von Google [2, 4] und Bing [7]. Das Protokoll selbst lässt für <priority> Werte von 0.0 bis 1.0 zu, Standard ist 0.5, und erklärt <changefreq> ausdrücklich zu einem Hinweis und keinem Befehl [3]. Gary Illyes von Google schrieb 2023, Google nutze <changefreq> und <priority> nach wie vor überhaupt nicht [4].
lastmod richtig setzen
Von den optionalen Angaben werten Google und Bing nur <lastmod> aus [2, 7]. Google verwendet den Wert laut Dokumentation, wenn er konsistent und nachweisbar korrekt ist. Er soll die letzte wesentliche Änderung wiedergeben, etwa am Hauptinhalt, an den strukturierten Daten oder an den Links; ein neues Copyright-Datum im Fußbereich zählt nicht [2]. Im Blogbeitrag von 2023 nennt Google <lastmod> ein Signal für die Planung des Crawlings, das in einem unterstützten Datumsformat stehen und mit der Wirklichkeit übereinstimmen muss [4].
Bing sieht es ähnlich. Fabrice Canel und Krishna Madhavan empfehlen im Juli 2025 das Format nach ISO 8601 mit Datum und Uhrzeit und schreiben, der Wert solle die tatsächliche letzte Änderung des Seiteninhalts zeigen und nicht den Zeitpunkt, zu dem die Sitemap erzeugt wurde [7]. Das Protokoll lässt das Format W3C Datetime zu, die reine Datumsform JJJJ-MM-TT genügt dort [3].
Grenzen und Sitemap-Index
Eine einzelne Sitemap darf bei Google höchstens 50 MB unkomprimiert groß sein oder 50.000 URLs enthalten, egal in welchem Format [2]. Das Protokoll nennt dieselben Grenzen, erlaubt die Kompression mit gzip und rechnet die 50 MB nach dem Entpacken [3]. Größere Websites teilen ihre Adressen auf mehrere Dateien auf und listen diese in einer Sitemap-Indexdatei. Sie hat das Wurzelelement <sitemapindex> und für jede Sitemap einen Eintrag <sitemap> mit <loc> und optional <lastmod> [3, 5].
Eine Indexdatei kann bis zu 50.000 Sitemaps aufnehmen. In der Search Console kannst du je Website bis zu 500 Sitemap-Indexdateien einreichen [5]. Die verlinkten Sitemaps müssen zur selben Website gehören wie die Indexdatei und im selben Verzeichnis oder darunter liegen [5]. WordPress erzeugt seit Version 5.5 selbst einen solchen Index unter /wp-sitemap.xml, mit standardmäßig bis zu 2.000 Einträgen je Sitemap, und trägt ihn in die robots.txt ein [8]. Wie SEO-Plugins diese Funktion ersetzen, steht unter SEO für WordPress.
Welche Adressen hineingehören
Google rät, die URLs aufzunehmen, die in den Google-Suchergebnissen angezeigt werden sollen. Gibt es denselben Inhalt unter mehreren Adressen, trägst du nur die bevorzugte ein [2]. Die Reihenfolge der Einträge spielt für Google keine Rolle [2]. Weiterleitungen, Seiten mit noindex und Duplikate haben in der Sitemap demnach nichts verloren, denn sie sollen nicht selbst in den Ergebnissen stehen. Welche Adresse bei Duplikaten die bevorzugte ist, regelt der Canonical-Tag, und die Statuscodes der Adressen erklärt die Hauptseite unter HTTP-Statuscodes von 200 bis 503.
Auch der Speicherort zählt. Nach dem Protokoll darf eine Sitemap nur Adressen aus ihrem eigenen Verzeichnis und darunter enthalten, mit demselben Protokoll und demselben Host. Eine Sitemap auf www.example.com kann also keine Adressen einer Subdomain aufführen [3]. Google empfiehlt, die Sitemap im Stammverzeichnis abzulegen, dann gilt sie für die ganze Website [2]. Wer mehrere Websites betreibt, kann laut Google auch eine gemeinsame Sitemap für mehrere Domains nutzen, muss dann aber in der Search Console die Inhaberschaft aller enthaltenen Websites bestätigt haben [2].
Erweiterungen für Bilder und Sprachen
Die XML-Sitemap lässt sich erweitern. Eine Bilder-Sitemap informiert Google über Bilder, die es sonst eventuell nicht findet, etwa solche, die per JavaScript geladen werden. Jedes <url>-Element kann bis zu 1.000 <image:image>-Einträge enthalten [10]. Für mehrsprachige Websites kannst du die Sprachversionen über <xhtml:link rel="alternate" hreflang="…"> in der Sitemap angeben. Jede Variante bekommt einen eigenen <url>-Eintrag, der alle Varianten einschließlich sich selbst nennt [9]. Google behandelt diesen Weg als gleichwertig mit hreflang-Angaben im HTML-Kopf oder im HTTP-Header [9]. Mehr dazu unter hreflang für mehrsprachige Websites.
Sitemap einreichen
Google nennt drei Wege: den Sitemaps-Bericht der Search Console, die Search Console API und eine Zeile in der robots.txt der Form "Sitemap: https://example.com/my_sitemap.xml" [2]. Die Zeile darf an beliebiger Stelle der robots.txt stehen, und du kannst mehrere Sitemaps angeben [2, 3]. Wie die robots.txt sonst aufgebaut ist, steht unter robots.txt richtig schreiben. Google betont, dass das Einreichen nur ein Hinweis ist und keine Garantie, dass Google die Sitemap herunterlädt oder zum Crawlen nutzt [2].
Den früher üblichen Ping, bei dem man Google per Adressaufruf über eine neue Sitemap informierte, hat Google abgeschafft. Im Juni 2023 kündigte Gary Illyes an, der Endpunkt werde in sechs Monaten nicht mehr funktionieren und Anfragen mit einem 404-Fehler beantworten [4]. Bing nimmt Sitemaps über die robots.txt und über die Bing Webmaster Tools entgegen und empfiehlt, sie mit IndexNow zu kombinieren, das einzelne geänderte Adressen sofort meldet [7]. Die Einrichtung beschreiben Google Search Console einrichten und nutzen und Bing Webmaster Tools einrichten.
Den Sitemaps-Bericht lesen
Zum Einreichen in der Search Console brauchst du Inhaberrechte für die Property. Du trägst die Adresse unter "Neue Sitemap hinzufügen" ein und klickst auf "Senden" [6]. Der Bericht zeigt dann für jede Sitemap den Typ, das Datum der Einreichung, den letzten Abruf, den Status und die Zahl der erkannten Seiten [6]. Beim Status gibt es "Erfolgreich", "Konnte nicht abgerufen werden" und eine Angabe zur Zahl der Fehler [6].
"Erkannte Seiten" ist die Zahl der Adressen, die Google aus der Sitemap gelesen hat. Bei einem Index zählen die Adressen aller enthaltenen Sitemaps, doppelte nur einmal. Gecrawlt oder indexiert sind diese Seiten damit noch nicht [6]. Erfolgreich gelesene Sitemaps ruft Google regelmäßig erneut ab; nach umfangreichen Änderungen empfiehlt die Hilfe, die Sitemap neu einzureichen [6]. Entfernst du eine Sitemap aus dem Bericht, vergisst Google weder die Datei noch die Adressen darin. Soll Google eine Sitemap nicht mehr abrufen, nennt die Hilfe eine Regel in der robots.txt, das Löschen der Datei oder einen noindex-Header [6].
Eine Sitemap erstellen
Laut Google generieren die meisten Content-Management-Systeme automatisch Sitemaps [2]. Bevor du selbst eine Datei baust, lohnt sich also ein Blick in die Einstellungen deines Systems. Kleine statische Websites kommen auch mit einer Datei aus, die du im Texteditor anlegst; Google erwähnt als einfachste Form eine Textdatei mit einer URL pro Zeile [2]. Daneben akzeptiert Google RSS 2.0 und Atom 1.0, die aber nur die neuesten Adressen enthalten [2]. Für alles, was mit Bildern, Videos oder Sprachversionen arbeitet, ist das XML-Format die vielseitigste Wahl [2].
- Organisation Allgemeine Informationen zu Sitemaps. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sitemap erstellen und einreichen. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sitemaps XML format. sitemaps.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sitemaps ping endpoint is going away. Google Search Central Blog. Stand 26.06.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sitemaps mit einer Sitemap-Indexdatei verwalten. Google Search Central. Stand 20.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sitemaps mithilfe des Sitemaps-Berichts verwalten. Search Console-Hilfe, Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Keeping Content Discoverable with Sitemaps in AI Powered Search. Bing Webmaster Blog, Microsoft. Stand 31.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation New XML Sitemaps Functionality in WordPress 5.5. Make WordPress Core. Stand 22.07.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Google über lokalisierte Versionen deiner Seite informieren. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bilder-Sitemaps. Google Search Central. Stand 20.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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