SEO in der PraxisRatgeber

Website-Relaunch ohne Rankingverlust: Weiche, Altadressen, Kontrolle

Bei einem Relaunch ohne Rankingverlust bekommt jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung (301 oder 308) auf die passende neue Seite. Dazu kommen aktualisierte interne Links, eine neue Sitemap und eine Kontrolle in der Search Console. Google nennt Schwankungen im Ranking während eines Umzugs normal; bei mittelgroßen Websites dauert die Umstellung einige Wochen oder länger.

Eine leere Büroetage während eines Umzugs mit gestapelten Kartons, einem eingerollten Teppich und einer Leiter
Bild: KI-generiert

Ein Relaunch ändert Design, Technik oder Aufbau einer Website. Für die Suche ist vor allem eine Frage wichtig: Ändern sich die Adressen der Seiten? Jede alte Adresse hat bei Google eine Geschichte, mit Links von anderen Websites, mit einem Platz im Index und oft mit Rankings. Verschwindet sie ohne Weiterleitung, landen Besucher und Suchmaschine auf einer Fehlerseite. Google beschreibt den Umzug mit neuen Adressen in einer eigenen Anleitung und nennt Schwankungen im Ranking währenddessen normal [1]. Bei einer mittelgroßen Website dauert es laut Google einige Wochen oder länger, bis die neuen Adressen die alten ersetzt haben, bei großen Websites auch länger [1].

Welche Art von Umzug du planst

Google unterscheidet zwischen Umzügen mit und ohne Änderung der sichtbaren Adressen [1, 4]. Davon hängt ab, welche Schritte nötig sind:

Art des RelaunchsÄndern sich Adressen?Was nötig ist
Neues Design, gleiche AdressenneinInhalte, Titel und interne Links prüfen
Neues CMS oder neue StrukturjaWeiterleitungen für jede alte Adresse
Wechsel von HTTP auf HTTPS oder von www auf ohne wwwjaWeiterleitungen, kein Adressänderungstool [3]
Neue DomainjaWeiterleitungen und Adressänderungstool [3]
Neues Hosting oder CDN, gleiche AdressenneinDNS-Umstellung mit kurzer TTL [4]

Viele Relaunches verbinden mehrere Fälle, etwa neues CMS, neue Struktur und neuer Server. Google rät, solche Änderungen nacheinander vorzunehmen: Wer die Domain wechseln, das CMS ändern und das Layout erneuern will, verschiebt zuerst die Website zur neuen Domain und ändert danach das Layout [1]. Lässt sich das nicht trennen, gelten die Schritte aller betroffenen Zeilen. Google rät, einen solchen Umzug gut vorzubereiten und die neue Website gründlich zu testen. Einzelne Teile vorab umzuziehen, kann als Test dienen, ist laut Google aber nicht repräsentativ für den ganzen Umzug [1].

Alle alten Adressen erfassen

Die Grundlage jedes Relaunchs ist eine vollständige Liste der bisherigen Adressen. Google nennt als Quellen die vorhandenen Sitemaps, die Protokolle des Servers, die Webanalyse und das CMS selbst [1]. Jede dieser Quellen findet andere Adressen: Die Sitemap kennt nur die Seiten, die das CMS dort einträgt, die Serverprotokolle zeigen auch alte PDF-Dateien, Bildadressen oder Seiten, die nur noch über fremde Links aufgerufen werden. Ein Crawler wie Screaming Frog SEO Spider ergänzt die Liste um alles, was intern verlinkt ist.

Ebenfalls vor dem Umzug solltest du alte und neue Website in der Google Search Console bestätigen, und zwar in allen Varianten, also mit und ohne www sowie über HTTP und HTTPS [1]. So kannst du später beide Seiten vergleichen.

Die Weiterleitungstabelle

Aus der Liste wird eine Tabelle: Jede alte Adresse bekommt eine neue Zieladresse [1]. Bei einem reinen Domainwechsel mit gleichen Pfaden genügt laut Google eine Regel mit Platzhalter, die den Pfad übernimmt [1]. Bei neuer Struktur ordnest du jede Seite einzeln zu.

Alte AdresseNeue AdresseStatus
/leistungen.html/leistungen/301
/blog/2019/tipps-fuer-den-winter//ratgeber/winterdienst/301
/team-alt.php/ueber-uns/301
/aktion-sommer-2021/keine Entsprechung410

Für den Umzug empfiehlt Google dauerhafte, serverseitige Weiterleitungen mit dem Statuscode 301 oder 308 [1]. Bei einer dauerhaften Weiterleitung zeigt Google das Ziel in den Suchergebnissen und wertet es als kanonische Adresse; bei temporären Weiterleitungen mit 302, 303 oder 307 bleibt dagegen meist die alte Adresse in den Ergebnissen [2]. Ketten sollst du vermeiden. Am besten führt jede Weiterleitung direkt zum Ziel, mehr als drei bis vier Schritte sollten es nicht werden [1]. Was die einzelnen Codes bedeuten, erklärt HTTP-Statuscodes von 200 bis 503, die SEO-Seite der Weiterleitungen behandelt Weiterleitungen und SEO: 301, 302 und 410.

Zwei Fehler kommen bei der Zuordnung immer wieder vor. Erstens: viele alte Adressen pauschal auf die Startseite schicken. Google rät davon ab, weil Nutzer verwirrt werden und Google solche Weiterleitungen als Soft 404 werten kann [1]. Erlaubt ist es, wenn du Inhalte mehrerer alter Seiten auf einer neuen zusammengeführt hast; dann dürfen die alten Adressen dorthin zeigen [1]. Zweitens: Inhalte, die du nicht übernimmst, mit einer Weiterleitung zu verstecken. Für solche Adressen sieht Google auf der neuen Website den Code 404 oder 410 vor [1].

Kannst du auf dem alten Server gar keine Weiterleitungen einrichten, bleibt als Notlösung ein sichtbarer Hinweis mit Link auf die neue Adresse. Google spricht von einer Crypto-Weiterleitung und interpretiert sie eventuell als Weiterleitung, andere Suchmaschinen tun das nicht unbedingt [2].

Livegang: was am ersten Tag stimmen muss

Während der Entwicklung ist die neue Website meist für Suchmaschinen gesperrt, über die robots.txt oder über noindex. Diese Sperren müssen beim Livegang entfernt werden; Google nennt vergessene Sperren als typischen Fehler bei Umzügen [1]. Gibt es keine robots.txt, soll der Server für ihre Adresse den Code 404 liefern [1]. Auch die noindex-Regeln prüfst du noch einmal, sobald die Weiterleitungen aktiv sind, damit keine Zielseite versehentlich gesperrt bleibt [1].

Gleichzeitig mit den Weiterleitungen stellst du um:

  • Jede neue Seite verweist mit einem Canonical-Tag auf sich selbst [1]. Mehr dazu unter Canonical-Tag: doppelte Inhalte steuern.
  • Eine neue XML-Sitemap mit den neuen Adressen wird in der Search Console eingereicht [1].
  • Alle internen Links zeigen direkt auf die neuen Adressen statt über Weiterleitungen [1].
  • Bei mehrsprachigen Websites werden die hreflang-Angaben auf die neuen Adressen umgestellt [1].
  • Links in Anzeigen, in Profilen und, soweit möglich, auf fremden Websites werden aktualisiert [1].

Plane außerdem Serverkapazität ein. Google crawlt eine Website nach einem Umzug verstärkt, und ein überlasteter Server gehört zu den Fehlern, die Google für Umzüge nennt [1].

Nach dem Livegang kontrollieren

In den Wochen nach dem Umzug zeigt die Search Console, ob die Umstellung greift. Google nennt den Sitemap-Bericht, den Bericht zur Indexabdeckung und die Suchanfragen als Stellen zum Beobachten: Die Zahl der indexierten alten Adressen soll sinken, die der neuen steigen [1]. In den Zugriffs- und Fehlerprotokollen des Servers siehst du, ob der Googlebot auf Fehlercodes stößt und ob Besucher über alte Adressen kommen [1].

Weiterleitungen, die auf nicht vorhandene Seiten zeigen, sind laut Google ein häufiger Fehler [1]. Ein Crawl der alten Adressliste gegen die neue Website deckt sie auf: Jede alte Adresse muss nach höchstens einem Schritt mit dem Code 200 auf einer passenden Seite enden. Achte im Bericht zur Indexabdeckung auch auf einen Anstieg anderer Fehler, die vor dem Umzug nicht da waren [1].

Dass in den Suchergebnissen noch eine Weile alte Adressen auftauchen, ist laut Google nach einem Wechsel auf einen neuen Domainnamen normal; sie werden immer seltener und verschwinden schließlich [2]. Google behandelt die alte Adresse dabei als alternativen Namen der neuen Seite und kann sie anzeigen, wenn Nutzer ihr eher vertrauen [2].

Bei einer neuen Domain: das Adressänderungstool

Ziehst du auf eine neue Domain oder Subdomain um, meldest du das zusätzlich über das Tool zur Adressänderung in der Search Console. Du benutzt es erst, wenn die Website umgezogen ist und die Weiterleitungen laufen [3]. Voraussetzung ist, dass du alte und neue Property mit demselben Google-Konto verwaltest und alle Varianten der alten Domain bestätigt sind [3]. Das Tool arbeitet nur mit Properties auf Ebene der Domain, nicht mit einzelnen Pfaden, und es verschiebt alle Protokolle der alten Property mit [3]. Die Google-Anleitung zum Umzug rät, den Antrag für alle bestätigten Varianten der alten Domain zu stellen, auch für ungenutzte [1]. Danach überträgt Google 180 Tage lang Signale bevorzugt auf die neue Website [3]. Für den Wechsel auf HTTPS, zwischen www und ohne www, für Umzüge innerhalb derselben Domain und für reine Hosting-Wechsel ist das Tool nicht gedacht [3].

Wie lange die Weiterleitungen bleiben sollen, beantwortet Google in zwei Dokumenten mit unterschiedlicher Frist. Die Anleitung zum Umzug nennt möglichst lange, in der Regel mindestens ein Jahr [1]. Die Hilfe zum Adressänderungstool nennt mindestens 180 Tage, und länger, solange über die Google Suche noch Besuche über die alten Adressen kommen [3]. Die alte Domain solltest du laut Google mindestens ein Jahr weiter bezahlen, damit sie niemand für schädliche Zwecke registriert [3].

Neues Hosting ohne neue Adressen

Bleiben die Adressen gleich und wechselt nur der Server oder das CDN, ist der Umzug für Google einfacher. Google empfiehlt, die TTL der DNS-Einträge mindestens eine Woche vorher auf einen niedrigen Wert zu setzen, etwa einige Stunden [4]. Wie die TTL funktioniert, erklärt TTL bei DNS: wie lange Einträge gelten. Nach der Umstellung sinkt die Crawlrate des Googlebots oft zunächst und steigt in den folgenden Tagen meist wieder an [4]. Den alten Server lässt du laufen, bis in seinen Protokollen kein Verkehr mehr ankommt [4].

Wer den Relaunch nicht selbst umsetzen will, findet die Leistung bei Webdesign und Relaunch.

  1. Organisation Website mit URL-Änderungen verschieben. Google Search Central. Stand 09.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Weiterleitungen und die Google Suche. Google Search Central. Stand 20.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Tool zur Adressänderung. Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Änderung des Hostings. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.